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6. Februar 2020 4 06 /02 /Februar /2020 21:15

Weder Rechtsanwälte noch Ärzte auf der Liste.

Vor 16 Berolzheimer und einigen auswärtigen Besuchern moderierte Stadtrat Erhard Wolf die Wahlveranstaltung. Unter den Gästen war auch die FWG- Bürgermeisterkandidatin Annette Wild in Begleitung des FWG- Stadtrates Eberhard Gurrath.

Erhard Wolf bedauerte, dass sich nur zwei Frauen bereit erklärt hatten, auf der Stadtratsliste zu kandidieren, man habe aber die Liste mit den jüngsten Kandidaten u. Kandidatinnen. Es seien keine Rechtsanwälte und keine Ärzte auf der Liste, alle Kandidaten und Kandidatinnen besäßen gesunden Menschenverstand. Man werde nicht viel Geld für Plakatierung ausgeben, stattdessen soll es eine Spende für eine gemeinnützige Sache geben. Seit der Gründung der Liste Land sei die Zahl der Landwirte kontinuierlich gesunken, aktuell seien aber immer noch 9 Landwirte nominiert, alle Ortsteile und auch die Kernstadt sind auf der Liste vertreten.

Mehrfach wurde Kritik an Bürgermeister Kisch geübt, Themen waren Ausschluss der Ortsteilbeauftragten aus den nichtöffentlichen Stadtratssitzungen, weitestgehende Abschaffung der Ortsteilbegehungen, "Heimlichtuereien" des Bürgermeisters, so z. B. zuviele Tagesordnungspunkte in der nichtöffentlichen Sitzung. Man regte an, die Ausschüsse komplett abzuschaffen und nach dem Neustädter Modell zu verfahren, wo alle drei Wochen eine Stadtratssitzung stattfindet, wo dann alles anstehende vom Gesamtstadtrat behandelt wird.

Deutlich wurde auch die Bürokratie der Stadtverwaltung kritisiert, das ging sogar soweit, dass ein Kandidat behauptete, die Stadt würde sich die Taschen auf Kosten der Vereine voll machen. Es wurde beklagt, dass es für Veranstaltungen der Vereine keinen preisgünstigen Veranstaltungsraum geben würde. Weitere Themen waren dann noch Forderungen nach verstärktem Wege- und Straßenbau in der Kernstadt und auf den Ortsteilen, und die Schaffung von preisgünstigen Möglichkeiten der Bauschuttentsorgung, damit auch innerorts durch Abbruch von Altgebäuden Anreize für Wohnbebauung geschaffen werden.

In der Diskussion wurde dann auch gefragt, wer letztendlich das Desaster mit dem Demenzzentrum verursacht habe. (Anm.: Hier müssen wahrscheinlich über 1 Million € an Planungskosten abgeschrieben werden). Für den Grundsatzbeschluss sei BM Kisch nicht verantwortlich, das sei bereits in der Periode zuvor erfolgt, erklärte Erhard Wolf. Deutlich kritisiert wurde aber hier die mangelhafte Information des Stadtrates, wo Mitteilungen des Landratsamtes von Kisch nicht weiter gegeben wurden. In fast letzter Sekunde, als man schon die Bauaufträge vergeben wollte, hatte dann Landrat Weiß in einer kurzfristig anberaumten Samstagssitzung die Notbremse gezogen, eine totale Blamage für Bürgermeister Kisch, Stadtkämmerer Heger und die Stadtverwaltung.

Von einem Versammlungsteilnehmer wurde dann auch das Verhalten des langjährigen und nicht mehr kandidierenden FWG- Fraktionsvorsitzenden Werner Spieler erwähnt, der laut Windsheimer Zeitung doch tatsächlich sagte, "dass diese Million an Planungskosten NICHT komplett verloren sei, man habe aus dieser Sache unheimlich viel gelernt!! Spieler ist übrigens vom Fach, er ist Architekt ....... Ursprünglich sollte das Demenzzentrum mal etwas über 6 Millionen € kosten, mittlerweile ist man bei über 18 Millionen € angelangt. Bezeichnend auch die Äußerung des STRM Dehner dazu: Er habe in seiner gesamten Stadtratstätigkeit noch nie einen so chaotischen Ausschuss erlebt, wie diesen baubegleitenden Ausschuss zur Demenzstation.

Wenn man die Versammlung live miterlebt hat und die Grundstimmung beurteilt, muss man zu dem Schluss kommen, dass Bernhard Kisch gegenüber der letzten Wahl auf den Ortsteilen deutlich weniger Stimmen bekommen wird.

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Kommentare

D. Schulenburg 02/08/2020 11:38

Zitat:
Man regte an, die Ausschüsse komplett abzuschaffen und nach dem Neustädter Modell zu verfahren, wo alle drei Wochen eine Stadtratssitzung stattfindet, wo dann alles anstehende vom Gesamtstadtrat behandelt wird.
Zitat Ende.
Da kann man nur zustimmen. Das wäre gelebte Bürgernähe!
Denn man hat als Normalbürger bei uns den Eindruck, dass in den Ausschüssen viele Eigeninteressen vertreten werden und auch hier schon abgesprochen und vorbereitet werden können.

Wichtig ist natürlich auch, dass die Themen dann in öffentlichen Stadtratssitzungen besprochen werden und nicht in Geheimratssitzungen, wie sie von dem momentanen 1.Bürgermeister Kisch überstrapaziert werden. Man könnte meinen die Bürgerschaft wäre nur zum ankreuzen der Wahllisten nötig, sonst aber nur lästig?
Klar müssen die Ortsteilbeauftragten wieder mehr Berücksichtigung finden. Die Ortsteile sind genau so wichtig wie die Stadt. Es sei denn man will was vor denen verheimlichen?
Mit Speck fängt man vielleicht Mäuse. Mit Honig und Märchen aber nicht oft Wählermehrheiten.

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