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5. April 2015 7 05 /04 /April /2015 19:00

Neues, unbekanntes und interessantes

  • Die Familie Rienecker hatte eine Änderungskündigung mit exakt dem gleichen Text geschrieben, wie in den Jahren zuvor der Bezirk an die Pächterfamilie. Der Bezirk nahm diese Änderungskündigung aber als Grund, das Pachtverhältnis zu beenden. Der laufende Pachtvertrag erlaubte eine jederzeitige Kündigung mit einer Frist von 6 Monaten zum 30.Juni. Man hätte also seitens des Bezirkes jederzeit kündigen können, man musste nicht diese Änderungskündigung als Grund vorschieben und krampfhaft weitere Gründe suchen. Offensichtlich war man beim Bezirk erleichtert, als man später noch nebensächliche Gründe nachschieben konnte, um der Öffentlichkeit das sehr merkwürdige Verhalten des Bezirkes einigermaßen nahe zu bringen.
  • Aus der ersten Ausschreibung waren nur Rienecker und ein Bewerber Kannegießer aus Baden Württemberg als mögliche Pächter hervor gegangen. Beide Bewerber stellten dann Anfang Dezember 2014 ihr Konzept den Bezirksräten vor. Bezirkstagspräsident Bartsch konfrontierte bereits hier die Familie Rienecker mit einer angeblichen Tierfutterproduktion in Räumen des Wirtshauses. Rienecker dementierte bereits hier energisch. Es gab dann Beifall von den Bezirksräten für das Gesamtkonzept der Rieneckers.
  • Bezirkstagspräsident Bartsch sah offenbar seine (Rienecker-Ablehnungs-) Felle davon schwimmen und teilte dann unmittelbar vor der Abstimmung als letzte Notbremse mit, dass bei Rienecker im Februar 2014 während der Winterpause des Museums ein Hygieneverstoß vom Landratsamt NEA festgestellt wurde, der mit einer Geldbuße von 200 € geahndet wurde. Ein einigermaßen integrer Präsident hätte erstens Rienecker mit diesem Vorwurf bei der Präsentation konfrontieren müssen und hätte zweitens den Bewerber Kannegießer nach etwaigen Hygieneverstößen in seinem bisherigen Gastronomiebetrieb fragen müssen. Was eigentlich, wenn es beim anderen Bewerber schwerwiegendere Verstöße gegeben hätte? Was macht Herr Bartsch eigentlich, wenn irgendwann bei den anderen Gastwirtschaften im Freilandmuseum schwerwiegendere Hygieneverstöße festgestellt werden sollten? Der Bezirkstag stimmte dann mit knappster Mehrheit für den Bewerber Kannegießer.
  • Offensichtlich erleichtert war man beim Bezirk wohl, dass man später beim Auszug der Rieneckers diesen abgehängten Rauchmelder entdeckte. Dieser hatte wiederholt Alarm gegeben, mehrmals war die Bad Windsheimer Feuerwehr zur Stelle und rückte dann wieder ab. Wiederholte Reklamationen beim Geschäftsführer Jürgen Müller, mit der Bitte, diesen Rauchmelder im Raum an anderer Stelle anzubringen, blieben ohne Ergebnis. Der Rauchmelder wurde dann mit einem Tuch abgehängt, um weitere Fehlalarme zu vermeiden. Im Raum befanden sich noch zwei weitere Rauchmelder.
  • Es ist nicht nur ein Gerücht, dass die Familie Rienecker deutlich mehr Pacht an den Bezirk bezahlte, als die drei anderen Wirtshäuser zusammen, es ist eine Tatsache. Zu dieser sehr hohen Pacht von um die 70.000 € im Jahr trug die eigene Wurstherstellung mit etwa 25 % bei.
  • Die Aussage, von Bartsch, dass man keine Wurstküche mit angeschlossenem Freilandmuseum wolle, erscheint in einem ganz anderen Licht und wirkt geradezu lächerlich, wenn man weiß, dass der Bezirk der Pächterfamilie eine jährliche Räuchergebühr von 1.500 € in abgeknöpft hatte. Was eigentlich sollte man außer Würsten und Schinken denn räuchern?
  • Eine dubiose Rolle spielte auch das Landratsamt Neustadt/Aisch, hier offensichtlich der zuständige Sachbearbeiter Richard Höfler. Aus seinem Verantwortungsbereich muss die rechtswidrig weitergegebene Information über diesen Hygieneverstoß gekommen sein, die dann die Abstimmung zu ungunsten Rieneckers kippte. Als Krönung der Inkompetenz wurde dann diese von Rienecker bereits längst dementierte angebliche Tierfutterproduktion vom LRA per Pressesprecher Kahler, dem persönlichen Sprachrohr von Landrat Weiß, in die Welt gesetzt und bezeichnenderweise am nächsten Tag wieder zurückgenommen. Der gesunde Menschenverstand war offensichtlich abhanden gekommen.
  • Rätselhaft ist für viele immer noch die Motivation des Bezirkes für das rausekeln der Rieneckers. Normalerweise schreibt man bei Problemen seinem Pächter oder Mieter eine Abmahnung und erst dann, wenn diese nicht fruchtet, spricht man eine Kündigung aus. Eine Erklärung könnte sein, dass Rienecker öfters die Beschaulichkeit des Ansbacher Beamtenapparates gestört hatte, indem er mehrmals eine etwas flottere Genehmigungspraxis angemahnt hatte. Rienecker musste auch kleinste Veränderungen genehmigen lassen und das dauerte manchmal sehr lange. Dabei wurden offensichtlich mehrmals zarte Beamtenseelen verletzt, wahrscheinlich insbesondere die Seele des Herrn Direktor Amend. Vielleicht war man dort auch mit seinem doch ganz passablen Beamtengehalt nicht mehr zufrieden, wenn man aus den Pachtzahlungen die Umsätze und den Gewinn der Rieneckers hochrechnete. Jedenfalls staute sich in der Verwaltung des Bezirkes eine Unzufriedenheit an; wichtige Realitäten wie Qualität und Zuverlässigkeit der Rieneckerschen Wirtshaus- Bewirtschaftung wurden ausgeblendet. Man konnte dann den Bezirkstagspräsidenten Bartsch von der Notwendigkeit eines Pächterwechsels überzeugen und damit war die CSU mit im Boot. Sehr bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die enorme Zurückhaltung bei der CSU in Bad Windsheim und im Landkreis.
  • Die bei der ersten Ausschreibung ausgewählten Pächter Kannegießer & Partner mussten ihre Bewerbung jämmerlich zurück ziehen, weil sie feststellten, dass das erforderliche Personal nicht auf die Beine zu kriegen war. Hätte man Kannegießer sofort den Pachtvertrag unterschreiben lassen, könnte man ihn jetzt für die Leerlaufmonate regresspflichtig machen. Für den Bezirk war aber offensichtlich erstmal nur wichtig, dass Rieneckers draußen waren. Geld spielt ja keine Rolle, das holt man sich bei Bedarf über die Bezirksumlage beim Steuerzahler. Der finanzielle Schaden durch entgangene und in Zukunft verminderte Pachtzahlungen wird von Insidern im unteren bis mittleren sechsstelligen €- Bereich angesiedelt. Nicht eingerechnet ist ein möglicher Imageverlust für die Zukunft. Der Regierungsbezirk Mittelfranken ist der einzige verschuldete Bezirk in Bayern.
  • Sehr merkwürdig ist auch dieses Maulkorbeinverständnis der Rieneckers gegenüber dem Landratsamt. Bei einer Besprechung im Landratsamt nach dieser unsäglichen Tierfutter- Behauptung hatte man auf Betreiben des Landrates Stillschweigen vereinbart. Möglicherweise konnte man seitens des Landratsamtes eine Drohkulisse aufbauen.
  • Jämmerlich ist auch das Verhalten des Landrates zu sehen. Da werden aus seiner Behörde, - in diesem Fall aus dem Zuständigkeitsbereich des Herrn Höfler -, offensichtlich rechtswidrig Informationen an den Herrn Bartsch weitergegeben. Zusätzlich setzt dann der Pressesprecher des Landrates noch diese unsägliche Tierfutterbehauptung in die Welt. Was macht dann der Herr Landrat, wenn er ein paar Wochen später die stellvertretenden Redierungspräsidenten aus ganz Bayern zu Gast hat, obwohl er Dutzende andere Möglichkeiten im Landkreis hat, seine Gäste zu bewirten? Er geht mit seinen Gästen genau zum zuvor am Freilandmuseum geschassten Gastwirt Rienecker ins Genusswerk an der Therme, oh wie scheinheilig! Mit Geradlinigkeit und Konsequenz ist da absolut nichts!
  • Der Arbeitskräftemarkt für Gastronomiepersonal in Bad Windsheim ist leergefegt. Einzelne Gastwirte haben schon erfolglos versucht, junge Frauen auf der Straße anzuwerben. In absehbarer Zeit wird das Hotel Residenz wieder in Betrieb gehen und hinter der Therme befindet sich ein neues Hotel in Bau. Hier entsteht zusammen mit dem Wirtshaus im FFM weiterer erheblicher Personalbedarf von mindestens 150 Personen. Man darf einem möglichen neuen Pächter des Wirtshauses im Freilandmuseum bereits jetzt sehr viel Glück wünschen, bei seiner Personalsuche.
  • Die ganze Sache stinkt zum Himmel, ein Fiasko ist im Bereich des Möglichen. Der Bezirk wird auf jeden Fall deutliche finanzielle Einbußen haben, die Beamtengehälter und auch die Aufwandsentschädigung des Herrn Bartsch und der Bezirksräte werden in jedem Falle in gleicher Höhe weiter gezahlt.

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