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4. November 2013 1 04 /11 /November /2013 19:06

Herkulesaufgabe und Chance zugleich + K

Für das derzeit leer stehende Hotel Residenz an der Erkenbrechtallee (nicht die Seniorenresidenz!) scheint sich eine, zumindest kurzfristige, Lösung abzuzeichnen, die die Stadt Bad Windsheim vor eine schwere Aufgabe stellen wird.

Glaubt man den derzeit kursierenden Berichten, so ist geplant, zeitnah das Hotel für einen befristeten Zeitraum von einigen Monaten der Regierung von Mittelfranken zur Verfügung zu stellen. Diese ist seit geraumer Zeit auf der Suche für eine weitere Unterkunft für den nicht abreißenden Strom an Asylbewerbern.

Die Windsheimer Zeitung berichtet heute im Regionalteil, dass sich die Regierung von Mittelfranken „schon seit längerem um weitere Wohnungen oder Beherbergungsbetriebe (..bemüht…), die angemietet werden können. Vereinfacht ausgedrückt: Man möchte das Hotel gerne für Asylsuchende anmieten, da die Aufnahmeeinrichtung in Zirndorf aus allen Nähten platzt. Ob es nun 100 oder bis zu 200 Bewohner sein werden, die in das ehemalige Hotel einziehen, ist derzeit unklar.

Geht man davon aus, dass diese Bestrebungen tatsächlich zutreffen, so machen die diversen Sonder- und Geheimsitzungen des Stadtrats der Stadt Bad Windsheim Sinn. Weshalb sollte man für das Areal denn sonst eine Veränderungssperre planen? Würde ein Investor aus der Branche, nach dem man ja an sich schon händeringend sucht, vorstellig werden, würde die Stadt wohl kaum die seit vielen Jahren gerne verwendete Keule der Veränderungssperre schwingen.

Ob der bisherige Betreiber bzw. Eigentümer des Hotels diese Entwicklung einkalkuliert, ja man möchte fast sagen, geplant hat, sei einmal dahingestellt.

Für die Stadt Bad Windsheim dürfte es eine Herkulesaufgabe sein. Man kann die soziale Verantwortung für Asylsuchende nicht mit dem Sankt Florians- Prinzip verdrängen – getreu dem Motto: Geholfen werden muss, aber bitte nicht bei uns. Die Stadt, die sozialen Verbände und die Kirchen werden auf die Probe gestellt werden, wie gut eine Kleinstadt mit dieser Aufgabe umgeht.

Die Stadt ist gut beraten, dafür zu sorgen, dass man klar dokumentiert, dass man gerne für einen begrenzten Zeitraum hier an einem Strang mit der Regierung von Mittelfranken zieht. Es bleibt einem wohl auch nicht viel anderes übrig, denn verhindern kann man eine solche Verwendung wohl nicht ohne Weiteres.

Die Stadt muss aber auch jetzt klar machen, dass eine dauerhafte Verwendung des Komplexes an der Erkenbrechtallee nur als Hotel Sinn macht. Die Stadt benötigt die Übernachtungskapazitäten ganz dringend, die Neuansiedlung eines weiteren Hotels in der Nähe der Frankentherme scheint ohnehin derzeit wieder sehr weit weg zu sein.

Mit anderen Worten: Wenn man es nicht verhindern kann, dann muss man mit der notwendigen sozialen Verantwortung den Menschen helfen, die ihre Heimat verlassen haben. Und man muss dringend dafür sorgen, dass das Hotel nach der hoffentlich kurzen Übergangsphase auch wieder ein klassisches Hotel wird.

 

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Kommentare

Horst Krause 11/07/2013 21:27

Kommentar 07.11.2013

Sehr geehrter Herr Müller,

leider komme ich erst jetzt dazu Ihren Artikel v. 4.11. zu lesen.Wenn ich ihn richtig verstehe, sind Sie der Meinung, dass es zumindest die moralische Pflicht besteht dadurch zu helfen, in dem man
die Asylanten in dem Hotel unterbringt.

Sie lassen aber völlig außer acht, dass - jedenfalls gehe ich davon aus - abgesehen von der Verlängerungs Option - eine Unterbringung über die genannten 5 Monate hinaus zu erwarten sind.

Für die Weiterführung des Hotels hat der Insolvenzverwalter die Aufgabe einen Interessenten bzw. Investor zu suchen. Was glauben Sie würde ein solcher sagen wenn er den Zustand des Hotels sähe
nachdem dort monatelang Asylanten untergebracht waren, was glauben Sie ?

Dazu würde mich Ihre Meinung interessieren, ich kann es mir sehr gut denken.

MfG Horst Krause, Seniorenresidenz

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