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22. November 2012 4 22 /11 /November /2012 18:54

Ledertheil zieht vom Leder.

SPD vor der Selbstzerfleischung?

Erst jetzt, wo er mit dem Rücken zur Wand steht, scheint Bürgermeister Ralf Ledertheil (SPD) aus seinem Dornröschenschlaf aufzuwachen. Die SPD hatte eine interne Versammlung anberaumt, um darüber zu diskutieren, wie es weitergehen soll, nachdem Vorstand und Stadtratsfraktion vorgeschlagen hatten, den bisherigen BM Ledertheil nicht mehr für die nächste Wahl zu nominieren.

Ledertheil hatte offensichtlich eine stille Reserve von ansonsten inaktiven SPD- Mitgliedern mobilisiert, um ein Gegengewicht zur Meinung der Führungsspitze vorzeigen zu können. Diese Mitglieder kritisierten insbesondere, dass sie aus der Zeitung von der Nichtnominierungsabsicht erfahren mussten, "so könne man mit einem Menschen nicht umgehen".

Viele vorherige Befürworter des Nichtnominierungsvorschlages übten sich merkwürdigerweise in Schweigen, so dass die SPD- Vorsitzende Barbara Horneber zusammen mit der möglichen Ledertheil-Ersatz-Kandidatin Ismene Dingfelder die Hauptlast der Kritik der Ledertheil- Befürworter zu spüren bekam.

Ledertheil selber hatte sich ausnahmsweise sehr gut vorbereitet und zog insbesondere gegen die Vorsitzende und die "bösen Frauen" vom Leder. Ledertheil warf Frau Horneber sogar vor, dass sie niemals einen Wahlkampf organisieren könne, obwohl die Vorsitzende erst ein Jahr im Amt ist und in dieser Zeit eben keine Wahlen stattfanden. Ledertheil behauptete auch, dass er nur aufgrund seiner Qualitäten die letzte Wahl gewonnen hätte. Viele der Anwesenden waren der Meinung, dass man wohl nicht hier sitzen würde, wenn Ledertheil schon immer so aktiv, agressiv und insbesondere so gut vorbereitet gewesen wäre.

Ein großer Stratege scheint Ledertheil aber nach wie vor nicht zu sein. Er müsste im Falle seiner (extrem unwahrscheinlichen) Nominierung einen Wahlkampf gegen die eigene Partei führen. Ledertheil wird wohl nicht ernsthaft glauben, dass er über Nacht zum hochgelobten Kandidaten wird. Ernsthaft sollte Ledertheil auch darüber nachdenken, dass ihn seine SPD, - wie ansonsten bei Parteien immer üblich -, niemals öffentlich für irgendwelche Verdienste gelobt hat. Er wird CSU, FWG und FDP gegen sich haben. Auf den Ortsteilen wählt man traditionellerweise sowieso kaum SPD, was bleibt, sind politisch eher wenig interessierte Bürger, die sich sagen, " der Mann hat nichts gemacht, also hat er auch nichts verkehrt gemacht". Momentan spielt wohl auch ein gewisser Mitleidseffekt eine Rolle, "weil der Ledertheil ja in Windsheim ein Haus gebaut hat, das ja irgendwie bezahlt werden muss". Ein zusätzliches Problem für Ledertheil ist, dass er eben nicht, - wie z. B. Beamte -, einen Anspruch auf seinen früheren Arbeitsplatz geltend machen kann.

Dies alles wird aber niemals zu einer Wiederwahl reichen. Lederteil läuft sogar Gefahr, sein Gesicht zu verlieren. Bisher wurden ja nur Oberbegriffe wie "Feuerwehrhaus" und "beratungsresistent" als Gründe für die vorgeschlagene Nichtnominierung genannt. Ledertheil läuft vielmehr jetzt auch Gefahr, dass eben die vielen Kleinigkeiten, wie Klinikgutachterschlaf, Verweigerung eines dunklen Anzuges, kuschen vor dem Stadtbaumeister, bevorzugter Besuch von zumindest imbissbestückten Veranstaltungen und traumwandlerische Sicherheit beim aufspüren von Fettnäpfchen usw. thematisiert werden. Der SPD wird nichts anderes übrig bleiben, als in eigenem Interesse eine Nominierung von Ledertheil zu verhindern.

Eine Probe- Abstimmung ergab dann eine Mehrheit der Ledertheilgegner, es muss aber beim Ergebnis berücksichtigt werden, dass einige (wahrscheinlich) Ledertheilbefürworter kurz zuvor gegangen waren. Die SPD-Führung hatte nicht mit solch massivem Widerstand gerechnet, man hatte sich die Sache wesentlich einfacher vorgestellt. Jedenfalls war Ledertheil zum Schluss guten Mutes über seine Zukunft. Die SPD hat momentan zwischen 50 und 60 Mitgliedern in Bad Windsheim, in letzter Zeit ist die Tendenz leicht steigend.

Als Fazit bleibt, dass durch die derzeitigen Querelen alle verlieren werden: Der (fast) demontierte Kandidat Ledertheil, die mögliche Kandidatin Dingfelder, die SPD als ganzes und auch die Vorsitzende Horneber, die jetzt versuchen muss, schnellstmöglichst diesen Scherbenhaufen zusammen zu kehren.

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