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21. März 2014 5 21 /03 /März /2014 09:49

Hauptthema Klärschlammverwertungsanlage

Rainer Hofmann von der Stadtverwaltung gab einen Rückblick auf das Zustandekommen dieser Beteiligung an der Klärschlammverwertungsanlage Dinkelsbühl. Dieses Engagement endete ja bekanntlich mit einem Totalverlust in Höhe von ca. 3 Millionen € für die Stadt Bad Windsheim. Die STRM Seiboth und Gampe hatten den Antrag auf Behandlung dieses Themas bereits Mitte 2013 gestellt. Dieter Seiboth begründete dann den Antrag und wies auf mehrere Unregelmäßigkeiten, Fehler und Versäumnisse der damaligen Entscheidungsträger hin. Es war von vorneherein klar, dass Seiboth im Stadtrat keine Unterstützer finden würde, weil alle andere Parteien und ein Großteil der jetzt noch amtierenden STRM inklusive Stadtverwaltung an dieser damaligen fatalen Entscheidung beteiligt waren. Seiboth ging es nicht um Schuldzuweisungen, sondern vielmehr darum, das Thema aufzuarbeiten, um in der Zukunft ähnliche katastrophale Entscheidungen zu verhindern.

Alle anderen Redner versuchten dann auch, die damalige Entscheidung zu rechtfertigen. STRM Krebelder wies darauf hin, dass die Klärschlammausbringung auf landwirtschaftliche Flächen verboten worden sei und redete damit glatt am Thema vorbei, weil der Klärschlamm ja jetzt auch ohne KSV entsorgt wird. STRM Gerhäuser sagte, dass die damalige Entscheidung nach damaliger Faktenlage richtig gewesen sei. Man sei ja nicht alleine gewesen mit dieser Fehlentscheidung, es hätten sich ja noch weitere 26 Gemeinden beteiligt. Dass sich weitere 53 Gemeinden trotz intensiver Bearbeitung durch die Initiatoren von den Stadtwerken Crailsheim nicht beteiligt hatten, wurde selbstverständlich nicht erwähnt. Gerhäuser erwähnte dann auch, dass es halt immer mal Fehlentscheidungen geben würde, das sei im kommunalen Bereich (ZAR) und auch in seinem eigenen Betrieb so. Die KSV- Anlage sei ja schließlich auch vom Bund gefördert worden, auch das Landratsamt habe nach anfänglichen Bedenken zugestimmt. Die Thermalbohrungen für die Therme seien auch ein finanzielles Risiko gewesen und dort sei es halt gut ausgegangen.

STRM Wolfgang Eckardt verglich dann diese aus damaliger Sicht innovative Investition mit den vielen Biogasanlagen, die ja auch zuverlässig betrieben werden. Auch dort werde Wärme erzeugt und dann zu Heizzwecken abgegeben. Mit diesem Vergleich liegt Eckardt aber komplett daneben. Biogasanlagen werden vorrangig zur Stromerzeugung gebaut, die Anlagen rechnen sich in der Regel auch ohne Wärmeverkauf, die Wärmeabgabe ist dann zusätzlich ein lukratives Zubrot. Bei der KSV hingegen wurde mittels Hackschnitzelverfeuerung zuerst Wärme erzeugt, ein Teil der Wärme trieb eine Dampfturbine an, wodurch dann Strom erzeugt wurde. Ein weiterer kleiner Teil der Wärme sollte für die Pyrolyse verwendet werden, also für die Verschwelung von getrocknetem Klärschlamm. Ein großer Anteil der Einnahmen sollte durch Wärmeverkauf generiert werden, und das ist genau der Punkt, wo jeder damalige Entscheidungsbefugte hätte stutzig werden müssen. Es ist eben ein gewaltiger wirtschaftlicher Unterschied, ob Wärme als Nebenprodukt einer Biogasanlage anfällt, oder wie bei der KSV durch sehr teure Holzhackschnitzelverfeuerung erzeugt wird. Eine Wärmeerzeugungsanlage auf eine Wiese bei Dinkelsbühl zu stellen, ohne irgendwelche Abnahmeverträge vorweisen zu können, war der Knackpunkt an der ganzen Sache und konnte und musste auch von weniger sachkundigen Personen erkannt werden.

Fazit: Es wurde kein Wort darüber verloren, wie man derart fatale Entscheidungen in der Zukunft vermeiden könne. Es muss also wieder nur jemand ein hochinnovatives Projekt anbieten, das irgendwie bezuschusst und vom Landratsamt nicht verhindert wird, - - und schon ist die Stadt wieder dabei. 

Beim Tagesordnungspunkt Anfragen stellte Wolfgang Eckardt eine merkwürdige Frage. Er wollte wissen, ob es rechtens sei, dass der neue REWE- Markt und der danebenliegende Lidl- Markt durch eine Überfahrt verbunden seien, ohne dass die Verkaufsflächen zusammengerechnet werden müssten und damit dann die genehmigungsfähige Größe überschritten sei. Weder BM Ledertheil noch Stadtbaumeister Geisman konnten diese Verwunderung hervorrufende Frage spontan beantworten.

Es fehlten die STRM Gröbel und Hackeneis; Dr. Eckardt ausnahmsweise pünktlich.

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