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14. Oktober 2012 7 14 /10 /Oktober /2012 18:10

Parteiräson, oder handeln zum Wohle der Stadt ?

Die SPD Fraktion kann nicht mehr mit Ralf Ledertheil und er wohl spätestens seit dieser Pressemitteilung nicht mehr mit seiner Fraktion. So etwas kommt in den besten Familien vor und dann muss man sich trennen.

Vor nicht einmal 5 Jahren lag sich die halbe Stadt in den Armen, weil sie den Wechsel an der Stadtspitze geschafft hatte. Überparteilicher Jubel darüber, dass es einer Stadt gelungen ist, einen Bürgermeister mit unzureichender Sozialkompetenz, - aber voller angeblicher Visionen -, abzuwählen. Darunter war die Vision eines Thermalbades mit Salzsee, aber auch die Vision einer Beteiligung an einer Klärschlammverwertungsanlage. Die dringend anstehende Vision von Kanalbaumaßnahmen in den nördlichen Ortsteilen wurde ebenso vergessen und vor sich hergeschoben, wie auch die Vision eines Straßenbaues der innerörtlichen Straßen; die Vision eines Einkaufszentrums am Schießwasens  brach krachend ins sich zusammen, als die Bürger Bad Windsheims ihren eindeutigen Willen per Bürgerentscheid zeigen durften. Man sieht also, dass "Visionen" nicht generell positiv sein müssen. Visionen müssen auch nicht immer gleich riesengroße Projekte sein, auch die konsequente Beseitigung von verschiedensten Problemen und Problemchen kann sich sehr positiv auswirken.

Sicherlich sind auch ehrenamtliche Stadträte dazu gewählt, Ideen einzubringen und zu entwickeln. In erster Linie ist aber der berufsmäßige erste Bürgermeister mit seiner Verwaltung dazu da, Ideen aufzugreifen, zu entwickeln und auf Machbarkeit zu überprüfen. Man kann nicht von Stadträten verlangen, dass sie ständig Superideen entwickeln, dafür fehlt den meisten die Zeit.

Woran liegen nun die Hauptprobleme der SPD mit ihrem SPD- Bürgermeister Ralf Ledertheil? Jeder Politiker in einer Führungsposition braucht eine Hausmacht hinter sich, die man dann auch bevorzugt behandelt, der man z. B. Informationen sehr frühzeitig zukommen lässt. Dazu gehört dann auch, dass man sich an Absprachen hält und sein Abstimmungsverhalten im Stadtrat entsprechend einrichtet. Es ist ein Unding, wenn man nach stundenlanger Diskussion über die Machbarkeit eines neuen Feuerwehrhauses SPD- intern zum Ergebnis kommt, man könne sich einen Neubau nicht leisten, und der ebenfalls anwesende Bürgermeister dann im Stadtrat mit CSU und FWG stimmt, "weils ja sowieso nichts geholfen hätte, wenn man anders abgestimmt hätte".

Im Falle von Bürgermeister Ralf Ledertheil sind die Probleme jedoch genereller Natur, es fehlt schlicht an Kompetenz. Ein Bürgermeister sollte mindestens ein Fachgebiet haben, wo er absolut kompetent ist und ihm niemand etwas weismachen kann. Hier ist aber gleich mehrfach Fehlanzeige. Ledertheil hat weder eine große Ahnung von Verwaltung und Bauwirtschaft, noch ist er ein Spezialist in rechtlichen Dingen. Man möge mir bitte ein einziges Gebiet nennen, wo der Bürgermeister wirklich kompetent ist. In seinem ursprüngliche Beruf war er ja Hauptkassier einer Bank. Außer seiner im Wahlkampf geäußerten Absicht, die Stadt Bad Windsheim in 10 Jahren schuldenfrei zu machen, ist nichts geblieben außer der Erinnerung an diese Aussage.

In der Stadtverwaltung hat man wohl sehr bald gemerkt, wie der Hase läuft. Viele Bürger sind der Meinung, dass man dort mit dem Bürgermeister nach Belieben Schlitten fährt. Dazu passt auch die jüngste Aussage des scheidenden Stadtrates Schreibelmayer. Er hatte die stark nachlassende Qualität der Vorarbeiten der Stadtverwaltung kritisiert. Man sieht also auch hier: Wie der Herr, so das Gescherr!

Ein sehr großes BM- Problem ist das mangelnde Gefühl für die Situation und das besondere Talent für flapsige Äußerungen. Komisch und witzig sind eben zwei grundverschiedene Sachen.

Es ist eine Schande für Bad Windsheim, wenn ein Professor Oberender nach der Vorstellung seines Klinik- Gutachtens bei anderen Anwesenden verwundert nachfragt, wieso denn ausgerechnet der Bürgermeister von Bad Windsheim geschlafen habe, wo es doch in erster Linie um den Erhalt des Bad Windsheimer Krankenhauses ging. Es ist ein sehr ungutes Gefühl, wenn man als Wähler und Bürger fast jedesmal vor einem öffentlichen Auftritt des Bürgermeisters denken muss, "hoffentlich geht das heute gut".

Die neue SPD- Vorsitzende Barbara Horneber ist nach dem ersten Jahr ihrer Amtszeit wahrlich nicht zu beneiden. Die jetzige vorgezogene Bekanntgabe einer Nichtnominierung von Ledertheil zur nächsten Wahl war längst überfällig. Es gab schon vor längerer Zeit in der SPD Bestrebungen, einen Parteiausschluss in die Wege zu leiten.

Damit sind wir zum Schluss wieder bei den Visionen: Meine Vision eines Bürgermeister nach der Wahl im Frühjahr 2014 ist so: Wir haben dann einen Bürgermeister, (m oder w), der auf mindestens einem Fachgebiet absolute Spitze ist, der nicht diktatorisch und verachtend mit Andersdenkenden umgeht, wie Wolfgang Eckardt damals, aber auch nicht schlafmützig und inkompetent vieles treiben lässt, wie Ralf Ledertheil.

http://www.nordbayern.de/region/bad-windsheim/windsheimer-spd-will-ihren-burgermeister-nicht-mehr-1.2434002

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Kommentare

Eva Schmidt 10/16/2012 19:21

Glückwunsch , die nichtvorhandenen Visionen unseres Bürgermeisters haben es wenigstens zum amüsanten Streiflicht in der Süddeutschen Zeitung von heute gebracht!

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