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23. Juni 2010 3 23 /06 /Juni /2010 10:11

Versuch einer Zwischenbilanz zum Europäischen Schullandheim.

Am Mittwoch, 16.06.2010 war ich zusammen mit einem interessierten Bekannten am Neumühlenweg und am Mühlfeld unterwegs, um mir selber Eindrücke zu verschaffen. Herr Thallmeyer zeigte uns zuerst Problempunkte am Neumühlenweg, die mit schlechten Erfahrungen beim Bau des Seniorenheimes zu tun hatten, aber nichts mit dem geplanten Bauvorhaben Europäisches Schullandheim.

Brücke über die Aisch: Hier steht ein handgemaltes Schild " Zulässiges Gesamtgewicht 15 to", bei Einhaltung dieser Gewichtsgrenze dürfen schwere Baufahrzeuge und Omnibusse nicht über die Brücke fahren.

Anm.: Für Baufahrzeuge kann die Brücke während der Bauphase sicherlich problemlos verstärkt werden. Vollbesetzte Busse dürfen bei vorhandener Beschilderung nicht über die Brücke fahren, anders wäre dies bei Beschilderung mit 15 to Achslast. Dieses Problem wird wohl durch Neuberechnung oder durch Verstärkung der Brücke gelöst werden können.

Probleme beim Bau des Seniorenheimes: Das Seniorenheim wurde unterkellert, dazu wurde der Grundwasserspiegel abgesenkt, durch Grundwasserströme traten auch noch nach der Fertigstellung Bodenabsenkungen auf. So hat sich die Straße längs des Seniorenheimes auf der linken Seite etwas abgesenkt, eine im Boden eingebrachte Stützwand ist seitlich leicht verdrückt. Im Giebel der Garage Thallmeyer ist ein mittelgroßer Riss aufgetreten, die Bodenplatte der Garage hat jetzt seitliches Gefälle. Beim damaligen einbringen von Spundwänden zitterten benachbarte Wohnhäuser.

Anm.: Alle diese Argumente haben mit dem Bau des Schullandheimes nichts zu tun, da dort weder das Grundwasser abgesenkt wird, noch werden Spundwände eingebracht.

Parksituation am Neumühlenweg: Hier waren um 11 Uhr kaum freie Parkplätze vorhanden, offensichtlich waren durch Patienten und Personal der Gemeinschafts-Zahnartztpraxis (4 Zahnärzte) und Beschäftigte des Seniorenheimes alle Plätze belegt.

Anm.: Hier wäre zu überprüfen, ob die erforderlichen Stellpätze korrekt nachgewiesen werden können, oder ob es eine einvernehmliche Lösung gab. Durch entsprechende Beschilderung kann das Parkproblem gelöst werden. Dies hat jedoch unmittelbar auch nichts mit dem Schullandheim zu tun.

Zufahrt zum Mühlfeld: Hier ist eine Fahrbahnverengung durch die Zufahrt zum Wohnhaus Opelt vorhanden. Der Teerweg am Mühlfeld hat mehrere Risse und kleinere Absenkungen. An einer Stelle scheint sich der Weg insgesamt abgesenkt zu haben. Laut Aussage von Maximilian Gaul sollen Besucher des Schullandheimes über den Weg vom Freilandmuseum her zum Schullandheim geleitet werden. Von der Neumühle her sind lediglich Versorgungs- und Personalanfahrten, sowie die wöchentliche An- und Abfahrt der Schüler geplant. 

Anm.:Diese Engstelle bei der Abzweigung Opelt wird auf Dauer so nicht zumutbar sein. Falls es hier zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt, wird man um die Enteignung einiger qm nicht herumkommen. Der am Mühlfeld entlang führende Weg ist im momentanen Zustand nicht als Zufahrt geeignet und steht sowieso zur Sanierung an, hier werden die Stadtwerke dann gleichzeitig Versorgungsleitungen einbringen. Es wird mindestens eine Ausweichstelle an der Fahrbahn benötigt. Die Stabilisierung des Weg-Untergrundes wird mit heutiger Bautechnik kein Problem sein.

Versorgungsleitungen: Die eventuelle Verlegung einer Erdgasleitung muss wohl eher skeptisch gesehen werden, hier ist die Gefahr von Rohrbrüchen durch Erdabsenkungen wohl eher zu groß. Kanalbau, Wasserleitung und Stromversorgung sind mit entsprechenden Maßnahmen ohne weiteres möglich.

Gebäude des Schullandheimes: Mit moderner Bautechnik ist die Errichtung mittels Betonpfahlgründung problemlos möglich, siehe Seniorenheim am Neumühlenweg. Eine Grundwasserabsenkung wird nicht stattfinden, das Gebäude wird nicht unterkellert. Das Gelände für den Gebäudestandort liegt sowieso um einiges höher als der Neumühlenweg.

Kommunalpolitische Situation: Von 25 Stadtratsmitgliedern haben die 6 Stadträte der FWG gegen das Europäische Schulldheim gestimmt, von diesen 6 FWG-Stadträten wohnen 3 und der Vater des Ex-Bürgermeisters Eckardt am Neumühlenweg. Von allen Gegnern des Schullandheimes wurden bisher ausschließlich bautechnische und Kostengründe geltend gemacht. Damit unterstellt man den anderen Stadtratsmitgliedern und dem Stadtbauamt indirekt, dass sie keine Ahnung haben von Kostenkalkulation und Bautechnik.

Wohnsituation am Neumühlenweg: Es ist sicher sehr verständlich, wenn man weiterhin seine Ruhe haben will, am Neumühlenweg. Es gibt sicher in Deutschland massenhaft ähnliche Fälle, wo in unmittelbarer Nähe einer Wohnsiedlung ein weiteres Baugebiet ausgewiesen wird. In allen solchen Fällen werden sich Verkehrssituation, Lärmsituation und Freie Aussicht ändern.

Bedenken wegen Kosten: Das Kultusministerium bezuschusst den Bau mit 60 %, auf Antrag der Anwohner hat der Bund für Steuerzahler die Kostenkalkulation überprüft und keinen Grund für ein einschreiten gesehen. Im übrigen hätte es schon genügend andere Möglichkeiten gegeben, Bauvorhaben der Stadt Bad Windsheim als unwirtschaftlich zu kritisieren, man denke z. B. nur an den zwar wünschenswerten, aber nicht zwingend notwendigen Rathausaufzug und an die Feuerwehrhäuschen auf den Ortsteilen.

Versuch einer Gesamtbewertung: Es ist verständlich, dass man seine bisherige sehr ruhige Wohnlage am Neumühlenweg erhalten will. Die nur vagen Klagebegründungen, die eindeutige Äußerungen des Richters am VG Ansbach und das Urteil haben gezeigt, dass der Neubau des Europäischen Schullandheimes nicht verhindert werden kann. Ich gehe davon aus, dass bereits nach Erhalt der Urteilsbegründung mit Zustimmung des Bayerischen Kultusministeriums mit dem Bau begonnen wird. Die Kläger können sich wohl den Antrag auf Zulassung einer Berufung Bayerischen Verwaltungsgerichtshof sparen, weil damit keine weitere Verzögerung erreicht werden kann.

Dankbarkeit sieht anders aus! Eine Hand wäscht die andere, oder erst Kasse machen und dann klagen? Nur durch das abtreten einer Zufahrtsmöglichkeit durch das Fränkische Freilandmuseum konnte FWG-Stadtrat Wild sein Grundstück an die Familie Opelt (FWG-Kandidat) verkaufen. Durch diese Zufahrtsmöglichkeit erfuhr dieses Baugrundstück also eine erhebliche Wertsteigerung. Als "Dank" versucht jetzt genau jene Familie Opelt mit Unterstützung des Stadtrates Wild das Europäische Schullandheim am angrenzenden Grundstück zu verhindern.

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