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8. Juni 2013 6 08 /06 /Juni /2013 09:16

Infoveranstaltung am 18.06.2013 im Bonifatiushaus.

Noch vor wenigen Jahren, zum Start von STENO in der Region und einer Stroke Unit in Bad Windsheim war in unserem Landkreis viel von Schlaganfällen und deren Behandlung zu lesen und zu hören. Inzwischen ist es darum still geworden, so als wären Schlaganfälle bei uns ähnlich wie die Pocken oder die Kinderlähmung ausgerottet. Dass dies jedoch nicht der Fall ist, beweisen Statistiken und zumeist im Stillen zahllos Betroffene und deren Familien. Glaubt man den Statistikern, ereilt allein in unserem Landkreis jedes Jahr 340 Menschen neu ein Schlaganfall. Auf Neustadt/Aisch oder Bad Windsheim bezogen wären danach vierzig Patienten zu verzeichnen. Etwa 20% von diesen verstirbt schon in den ersten Wochen nach dem Ereignis. 50% der Überlebenden muss mehr oder weniger lang mit unterschiedlich schweren körperlichen, seelischen oder geistigen Behinderungen weiterleben. Die zweite Hälfte der Überlebenden kommt zunächst ohne scheinbar größere Schäden glimpflich davon. In dieser Statistik aber werden verkannte Schlaganfälle gar nicht erfasst. Nicht selten landen solche nämlich mangels Erfahrung der Ersthelfer, wegen naheliegender psychischer Auffälligkeiten und aufgrund diagnostischer Fehleinschätzungen z. B. via Psychiater und psychiatrischer Kliniken als hoffnungslose Fälle fachlich völlig unterversorgt und schwerstbehindert in Pflegeheimen oder auf dem Friedhof.

Alle Überlebenden jedenfalls sind fortan beinahe ausnahmslos auf eine anspruchsvolle, äußerst intensive und nicht immer nebenwirkungsfreie medizinische Versorgung und Nachsorge angewiesen. Hier hat erfahrungsgemäß die Weisheit „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“ keine absolute Gültigkeit. Auch gilt bei Schlaganfall-Symptomen nicht generell die Regel „Jede Minute zählt“. Manchmal ist es sogar besser eine weiter entfernte, technisch besser ausgestattete Klinik anzufahren, weil nicht jede Schlaganfall-Ursache so einfach nebenbei im Wald- und Wiesen-Ultraschall oder in der Computertomographie erkennbar ist und dadurch nicht gezielt genug behandelt werden kann. Nicht jedes Ereignis ist auf eine einfach erkennbare Gehirnblutung oder auf Arteriosklerose zurückzuführen. Groß ist ebenso die Gefahr, dass Ersthelfer und auch Ärzte, die nicht täglich echte Schlaganfälle diagnostizieren, deren unterschiedliche Zeichen verkennen und deshalb die nötigen Notfallmaßnahmen nicht rechtzeitig ergreifen.

Der Tatsache, dass Schlaganfälle also weiterhin auftreten und die Klinik Bad Windsheim bekanntlich solche nicht mehr behandelt bzw. verhindert, möchte ein derzeit noch kleiner Kreis Betroffener und pflegende Angehörige durch die Gründung einer Selbsthilfegruppe Rechnung tragen. Aus diesem Anlass informiert am Dienstag den 18. Juni um 18 Uhr im Bad Windsheimer Bonifaziushaus, im Hainserwall 3 der Professor Dr. med. Dipl. psych. Frank Erbguth, Chefarzt der Neurologischen Klinik am Klinikum Nürnberg über Schlaganfälle und deren vielfältige Ursachen und Diagnoseerfordernisse. Die Folgen und deren innovative, stationäre wie ambulante Behandlungsmöglichkeiten sowie der Nutzen von Selbsthilfegruppen bilden einen weiteren Vortrags-Schwerpunkt. Der Referent ist aufgrund seiner Forschungs- und klinischen Schwerpunkte: zerebrovaskuläre Erkrankungen, Neurologische Intensivmedizin, Bewegungsstörungen und Medizinethik wie kaum ein anderer Arzt und Psychologe der Region prädestiniert, zum Thema sowohl fachlich-kompetent zu informieren als auch menschlich zu überzeugen.

Der Seniorenrat der Stadt Bad Windsheim bittet als Mitveranstalter entsprechend beruflich und ehrenamtlich mit der Nachsorge befasste Experten und sonstige Interessenten der Region um ihre Aufmerksamkeit. Viel Zeit ist dabei allerdings für Fragen und zur Diskussionen vorgesehen. Die teils fachlich anspruchsvolle und zuweilen vielleicht sogar etwas bedrückende Thematik wird die „Veeh-Harfengruppe Regenbogen“ aus Bad Windsheim durch eher besänftigende und harmonische Klänge einleiten und zwischendurch ergänzen. Fleißige Damen des Seniorenrates sorgen dafür, dass während dessen auch niemand hungern oder dürsten muss.

Die Veranstalter, das Selbsthilfebüro des Caritasverbandes Neustadt/Aisch und die Beratungsstelle für Menschen mit Schädel-Hirnverletzungen der Rummelsberger in Nürnberg sind sich sicher, mit ihrer Aktion und der Etablierung spezialisierter wohnortnaher Selbsthilfeeinrichtungen in der Region die Lage behinderter Menschen in Bezug auf gesellschaftliche Teilhabe entscheidend verbessern und das Problembewusstsein schärfen zu können.

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Kommentar 30.06.2013

Die neue Schlagabfall- und Schädel-Hirn-Trauma-Selbsthilfegruppe formiert sich!
Betroffene und Angehörige sind am kommenden Mittwoch, 3. Juli zwischen 15:30 und 18:30 Uhr herzlich eingeladen, in das Bad Windsheimer Haus Martha-Maria nahe der Kirche St. Bonifaz am Nordring 20 zu kommen. Die große Zeitspanne von drei Stunden soll es auch berufstätigen Interessenten ermöglichen, nach Dienstschluss noch hinzu zustoßen.

Der erste Teil der Zusammenkunft dient zunächst dem gegenseitigen Kennenlernen in Bezug auf Nöte, Erfahrungen, Hoffnungen und Möglichkeiten. Daraus resultierend sollen dann diverse, erste Aktionsschwerpunkte diskutiert und festgelegt werden. Anschließend stehen konkrete Zeitpunkte, Orte und der Turnus der künftig regelmäßigen Treffen zur Diskussion. Aufgrund des bisher per Telefon (0160-5526507) signalisierten, großen Interesses besonders aus dem Raum Neustadt/Aisch und Uffenheim sind früher als erwartet, dort ebenso Gründungen eigener Selbsthilfegruppen (SHG) denkbar. Auch dies wird ein Thema in der anstehenden Versammlung am Mittwoch sein.

Nächste öffentliche Kontakt- und Informationsmöglichkeit bietet die Gruppe während ihrer Präsenz mit eigenem Stand auf der Freiwilligenmesse am Donnerstag den 11. Juli zwischen 16 und 19.30 Uhr in der NeuStadtHalle in Neustadt/Aisch.

Karl-Heinz Schlee

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