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11. Dezember 2011 7 11 /12 /Dezember /2011 14:08

Wetterextreme 2011 machen Landwirtschaft fast zum Lotteriespiel.

Das Jahr 2011 war besonders im Bad Windsheimer Raum gekennzeichnet von extremen Wetterbedingungen. Im Winter 2010/2011 gab es wiederholte und starke Niederschläge, das Wintergetreide hatte dauernd nasse Füße. Im Frühjahr 2011 fiel dann von März bis Mai fast kein Niederschlag. Ab Juni gab es dann regelmäßig Regen, der dann auch eine erschwerte Getreideernte verursachte, weil die Ackerböden aufgeweicht waren. Das hauptsächlich angebaute Wintergetreide hatte durch den Wassermangel in seiner Hauptwachstumsphase enorme Mindererträge zu verzeichnen.

Bei Mais und Zuckerüben sah es anfangs auch nach einer Katastrophe aus, hier kam dann aber der Regen ab Juni noch rechtzeitig und durch wiederholte Niederschläge gab es hier eine absolute Rekordernte. 

  • Wintergerste: Normalerträge bei ca. 70 dt/ha, in 2011 Erträge zwischen 20 dt/ha und 40 dt/ha, die Ernte wurde hier noch zusätzlich durch Zwiewuchs erschwert, der zusätzliche Kosten verursachte. 
  • Winterraps: Normalerträge bei ca. 40 dt/ha, in 2011 Erträge zwischen null dt/ha und 15 dt/ha; hier gab es oftmals auch Totalausfall, die Bestände wurden dann gemulcht, oder in der Biogasanlage "entsorgt".
  • Winterweizen, Triticale: Normalerträge bei ca. mind. 70 dt/ha, in 2011 Erträge um die 50 dt/ha.
  • Mais: Normalerträge ca. 40 bis 45 to/ha bei 32 %TM, in 2011 bis zu über 60 to/ha.
  • Zuckerrüben: Normalerträge bei ca. 600 dt/ha, in 2011 bis zu 1000 dt/ha.
  • Schweinepreise: Seit zwei Jahren ist ein Preistief zu verzeichnen, das keinen Gewinn je Mastsau zulässt. Hier sind die Ferkelerzeuger noch stärker betroffen, als die Mäster. 
  • Milchpreise, Schlachtrinder: Hier gibt es seit einiger Zeit akzeptable Preise bei Milch und Fleisch. 

Damit wird schon ersichtlich, dass es je nach Betriebszweigkombination erhebliche Einkommensunterschiede gibt, die bis zu 6-stellig sein können. Während Schweinehalter, die ja immer Getreide- und Rapsanbau betreiben, ein Minus machen, dass es nur so pfeift, haben kuhhaltende Betriebe mit Maisanbau ein (fast) Bombenjahr hinter sich. Wenn dann noch, wie im Uffenheimer Gau, Zuckerrübenanbau betrieben wird, wird der Unterschied im Einkommen noch größer. Wer gedacht hatte, dass die Pachtpreise nicht weiter steigen würden, sah sich getäuscht. Der weiterhin rasante Anstieg der Pachtpreise macht im Ackerbau (Getreide, Raps) jede auch noch so kleinste Aussicht auf einen wenigstens minimalen Gewinn zunichte. Der Strukturwandel wird beschleunigt weiter gehen, ich gehe davon aus, dass in nächster Zeit Notverkäufe von Grund und Boden zunehmen werden.

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