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3. Dezember 2010 5 03 /12 /Dezember /2010 11:55

Praktikant als Gastgeber, Politiker auf Tauchstation.

Auch im Landkreis Kitzingen macht man sich Gedanken über eine preiswerte Klärschlammentsorgung, nachdem die bisherige landwirtschaftliche Verwertung verboten ist.

Man hatte sich frühzeitig zur Besichtigung in Dinkelsbühl/Waldeck am 30.11.2010 angemeldet. Unter Federführung des Kitzinger Oberbürgermeisters nahmen weitere ca. 15 Bürgermeister, sowie mehrere Repräsentanten und Sachgebietsleiter des Landratsamtes Kitzingen teil. In Waldeck angekommen, waren alle Fahrtteilnehmer überrascht und enttäuscht, dass sich kein einziger Politiker und auch kein Geschäftsführer zwecks Vorstellung dieser angeblich europaweit modellhaften Investition sehen ließ. Man sah dies fast als einen Affront an, offensichtlich gibt es nichts mehr, womit man glänzen kann. Lediglich ein Praktikant war anwesend und führte eine Power-Point-Präsentation vor. Ein Rentner führte durch die Anlage und erklärte technische Details. Beide konnten aber absolut keine Auskünfte über die wirtschaftliche Seite geben, wie z. B. Finanzierung, Rendite, Erträge, Zuschüsse.

Die Anlage war nicht in Betrieb, lediglich der große Ofen war auf Gluterhaltung in Betrieb. Nach Angaben des Praktikanten benötigt man bei Vollastbetrieb über 100.000 to Hackschnitzel jährlich, die komplett aus der Region kommen sollten. Man hatte hier anscheinend keine möglichen Preiserhöhungen einkalkuliert, offensichtlich ist man davon ausgegangen, dass die Waldbauern ihre Hackschnitzel auf Dauer zum damaligen maximal erzielbaren Dumpingpreis abliefern würden.

Desweiteren fiel auf, dass man dieses kombinierte Heiz-, Stromerzeugungs-, und Entsorgungswerk mitten in die Flur gebaut hatte. Bisher ist kein einziger Wärmeabnehmer angeschlossen, lediglich die in 2,5 km entfernt liegende www.Tanzmetropole.de in Neustädtlein hat vor, nach dem Neubau eines Hotels die Wärme komplett zu beziehen, falls bis dahin diese Möglichkeit noch gegeben ist.

Offensichtlich war man in Dinkelsbühl, Crailsheim, Rothenburg und Burgbernheim so naiv, anzunehmen, dass sich dann wohl doch schon eventuell und vielleicht  andere wärmeabnehmende Betriebe ansiedeln würden, wenn nur das Heizwerk mal stehen würde. Dies war ein Trugschluss, wie sich jetzt herausstellt. 

Aus Sicht der Kitzinger Delegation ist dieses Modell KSV- Dinkelsbühl untauglich, es ist auch verständlich, dass die Hessische Landesbank kalte Füße bekommt. Falls die Anlage nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, bleibt nur ein Schrotthaufen zur Verwertung übrig. Wer will schon ein Heizwerk mitten in der Flur im Konkursfalle kaufen?

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