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17. August 2013 6 17 /08 /August /2013 06:53

Hotelcrash trotz optimalen Voraussetzungen.

Wer die Hintergründe der Misere des Residenz-Hotels Bad Windsheim wissen möchte, wird von Alexander-Patric Böttger höchstpersönlich mit der Nase drauf gestoßen. Er wird nämlich in den Nürnberger Nachrichten zitiert und gibt so einiges von sich, was darauf schließen lässt, dass hier mangelnde Kompetenz am Werke ist.

Böttger spricht von niedrigen Preisen, die seinem Hotel das Leben schwierig machen, er lässt aber den Leser darüber im Unklaren, wie dies zustande kam. Darüber, dass bereits vor Jahren in einschlägigen Hotel-Buchungsportalen Tag für Tag ein Unterbietungswettbewerb zweier Bad Windsheimer Hotels stattfand. Man konnte diesen Unterbietungswettbewerb live im Internet verfolgen und wer das mit gesundem Menschenverstand tat, kam automatisch auf den Gedanken, dass dieses Spiel zerstörende, ja fast pubertäre Züge trug. Genauso wie das Versteigern von Übernachtungen im Internet, wo man das Doppelzimmer im Residenzhotel incl. Frühstück für 45,-- € ersteigern konnte. So handelt nur jemand, der ein Hotel mit aller Gewalt an die Wand drücken will, bis es quietscht! Schäbig allerdings ist es, wenn über niedrige Preise jetzt lamentiert wird, die man selbst heraufbeschworen hat und wenn implizit behauptet wird, das läge am Standort.

Böttger ist scheinbar in Hotelfragen ein Riese, er redet von einem übersättigten Markt in Bad Windsheim. Welch ein Unsinn. Keine Stadt in deutlichem Umkreis hat in den vergangenen beiden Jahrzehnten so viel in die touristische Infrastruktur investiert wie Bad Windsheim und die beiden Kerninvestitionen auch noch dem damaligen 5-Sterne Hotel Residenz vor den Hoteleingang gebaut! Man hätte diese gebratenen Tauben doch eigentlich nur ins eigene Maul fallen lassen müssen. Hätte man, aber da war niemand mehr, mit dem irgendeiner von Stadt oder KKT reden konnte. All das, was Bad Windsheim da entgegenkam, war grenzenlose überholte Arroganz jener, die sich aufgrund ihres Herkommens aus Berlin hemmungslos überlegen fühlten, ohne einen Funken Arbeit oder gar Kompetenz einbringen zu wollen oder zu können. Daran konnte auch ein Altbürgermeister nichts ändern, der mit Patric-Alexander in der Entstehungsphase der Therme noch ein Wochenende beim Polo an der Ostseeküste war. Wer von einem übersättigten Markt spricht, muss sich doch die Frage stellen lassen, warum er dann auch noch für Jahre das benachbarte Parkhotel unbedingt führen musste, um es genauso verlottern zu lassen, wie das daneben liegende eigene! 

Alexander-Patric Böttger konstatiert dann, dass früher mehr Gäste bereit gewesen seien, mehr Geld auszugeben. Komisch, die Schere zwischen Arm und Reich in unserer Gesellschaft drängt ungebremst auseinander. Die Mitte ächzt unter dieser Entwicklung, aber das Luxussegment boomt seit Jahren (mit Ausnahme einer kurzen Schockphase am Beginn der Krise). Wäre da nicht ein Ansatz gewesen, sich als 5-Sterne Hotel zu vermarkten? Dazu aber wäre es notwendig gewesen, zu investieren, anstatt die Sterne zurückzugeben. Mit dem morbiden Charme verbrauchter Substanz allerdings war und ist das nicht zu machen. Für diese Erkenntnis braucht es keinen Doktor in Wirtschaft. Das hätte Patric Alexander Böttger nebenbei einfallen können, wenn er sich im Bentley vom Chauffeur zum Bürgermeister-Frühschoppen auf den Festplatz kutschieren ließ.

Und schließlich stellt  Böttger fest, dass früher die Gäste wegen dem Freilandmuseum und wegen der Altstadt und der dortigen kleinteiligen Geschäftswelt das 5-Sterne-Residenzhotel, als es noch eins war, mit langer Aufenthaltsdauer gebucht hätten. Welch ein Unsinn, welch ein Vergehen gegen jede empirische Ernsthaftigkeit! Längere Aufenthaltsdauern erzeugten im Residenzhotel, als es noch gut im Futter stand, in erster Linie die Tagungs- und Seminargäste und die gibt es heute noch am Markt! Einrichtungen wie ein Freilandmuseum erzeugen dagegen fast ausschließlich Kurzzeit- und Tagesgäste. Dies gilt auch für die Bad Windsheimer Altstadt mit ihrer kleinteiligen Geschäftswelt, die aber kein auffälliges historisches Zugpferd ist. Wer Anderes behauptet, ist entweder noch nie in Rothenburg o. d. T. oder in Dinkelsbühl (beides Städte mit extrem kurzer Verweildauer) gewesen, oder ist dort nur mit geschlossenen Augen umhergelaufen. Böttger versucht sich hier des auch in manch einem Bad Windsheimer Kopf grassierenden Irrglaubens von der Grandiosität der Bad Windsheimer Innenstadt zu bedienen, um davon abzulenken, dass von Seiten des Residenzhotels kein ernsthafter Versuch unternommen wurde, im Zusammenspiel mit KKC und Therme eine erfolgreiche Marktpositionierung zu erarbeiten.

Es ist zum Jammern! – ein vortreffliches Hotel, am begünstigten Standort und es verabschiedet sich vom Markt. Mit etwas gutem Willen, mit der Bereitschaft zielstrebig und bescheiden für den Erfolg zu arbeiten, und mit Nachhaltigkeit hätte man das stemmen können. Das  wäre kein Hexenwerk gewesen! All das aber konnte man nicht beobachten. 

 

 

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