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3. November 2011 4 03 /11 /November /2011 20:00

Landratsamt NEA akzeptiert endlich die Rechtslage.

Ordnung, Recht und Sitte endlich auch durch die Siebener.

Was Anfang 2006 mit dem verspäteten Flurgang der Siebenerei Rüdisbronn und einer daraus resultierenden unrechtmäßigen 12,75 € - Forderung der Stadt Bad Windsheim begann, endete jetzt in einem Fiasko für die Siebenerei insgesamt. Vom Landratsamt NEA wurden die Vorsitzenden der Siebenervereinigungen ins Landratsamt zitiert. Das LRA teilte den Herren mit, dass in Zukunft generell keine Gebühren für das aufdecken von Grenzsteinen berechnet werden dürfen. Generell habe der Beantragende die Kosten für das aufdecken der Grenzsteine zu tragen. Das sind im Regelfalle immer die Gemeinden und der Landkreis, im Einzelfall können dies auch Landwirte sein, die die bisherige Praxis weiterhin mit finanzieren wollen. Die Gemeinden können sich jetzt auch nicht unerhebliche Kosten sparen, allein die Stadt Bad Windsheim wird jährlich um ca. 8000 € einsparen.

Damit findet eine fast 6 Jahre lange Odysee ihr Ende. Mehrere Klagen vor dem Verwaltungsgericht Ansbach und ein Antrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof waren nötig, um Landratsamt und Gemeinden endlich dazu zu bringen, die Rechtslage zu akzeptieren. Alle Prozesse endeten für die Gemeinden in einem Fiasko. Mehrere Befragungen der Stadt Bad Windsheim, ob Grundstücksbesitzer noch kostenpflichtige Flurgänge haben möchten, endeten äußerst blamabel für die Siebener.

Auf Antrag des Bad Windsheimer Stadtrates und Siebeners Wilhelm Dehner sollte nochmals ein Versuch gemacht werden, in einer weiteren Befragung die Landwirte zur Beantragung von kostenpflichtigen Flurgängen zu bewegen. Linguistikexperte Dehner kritisierte massiv die Formulierungskünste der Stadtverwaltung bei den bisherigen Befragungen in Erkenbrechtshofen und Berolzheim, offenbar ist man in der Stadtverwaltung nicht in der Lage, dehnergerechte Suggestivfragen zu formulieren. Dehner kann sich diese weitere Befragung nach dem Erlass des Landratsamtes jetzt schenken, es wird kaum noch Kälber geben, die sich ihre Metzger selber wählen.

Massiv zu kritisieren ist das Landratsamt NEA, hier insbesondere Sachbearbeiter Richard Höfler, Jurist Baumgärtner und Landrat Schneider. Was sich diese Herren geleistet haben, geht schlicht auf keine Kuhhaut. Fast alle meine, (bzw. unsere) Argumente wurden mit fadenscheinigsten Argumenten und Bibelsprüchen des Herrn Landrates vom Tisch gewischt. Insbesondere Herr Höfler behauptete ständig, diese Gerichtsurteile seien für den Landkreis NEA nicht relevant, auch ein früheres Urteil des VG Würzburg in gleicher Sache wurde ignoriert. Man konzentrierte sich im LRA ausschließlich auf die Suche von Hintertürchen, um die ergangenen Gerichtsurteile doch noch zu umgehen. Das Ganze endete dann in einer äußerst blamablen Vorstellung der Herren Höfler und Baumgärtner vor dem VG Ansbach, als die Sache Wangler gegen Gemeinde Weigenheim verhandelt wurde. Richter Weingarten kanzelte die beiden Vertreter des LRA wie Schulbuben ab. Auch bei der Regierung von Mittelfranken wollte man mir/uns nicht weiterhelfen und blockte alles ab. Man muss sich echt fragen, wo alle diese hochbezahlten Herren ihr Handwerk gelernt haben, wenn sie mit ihren Einschätzungen dauernd daneben liegen.

Sehr negativ zu erwähnen ist auch MdL Hans Herold, der sogar mehrmals erfolglos mit Landrat Schneider und mehreren Siebenerfürsten in München vorstellig wurde, um dieses mittelalterliche und kostenträchtige Getue der Siebener weiterhin zu ermöglichen. Man versuchte sogar, eine Gesetzesänderung zugunsten der Siebener herbeizuführen. Offenbar ging es Herrn Herold weniger um Gerechtigkeit, als vielmehr um die Sicherung von Wählerstimmen der Siebener. Auch der Bauernverband war ständig auf Tauchstation und unterstützte unsere gerechte Sache nicht im geringsten. Man fürchtete dort offensichtlich um die vielen Beitragszahler, die auch gleichzeitig Siebener sind.

Damit wird eine jahrhundertelange fränkische Unsitte beendet, erst jetzt sind auch die Bauern in Franken richtig frei. Nach der Beendigung der Leibeigenschaft im Jahre 1783 ist dies ein weiterer Meilenstein für alle fränkischen Bauern.

Die Siebenervereinigungen müssen jetzt auch endlich ihren eigenen Wahlspruch beachten, der bei Jahresversammlungen immer im Saal prangte: Ordnung, Recht und Sitte. Man wird bei den Siebenern endlich akzeptieren müssen, dass in der Gegenwart Recht von den Gerichten gesprochen wird und nicht mehr von den Siebenern. Willkür und Schikane der Siebener gehören damit der Vergangenheit an.

Wenn jetzt auch nur ein Teil der Siebener die angekündigten Rücktrittsdrohungen wahr macht, wird das ganze System wie ein Kartenhaus zusammenstürzen. Falls es trotz allem noch einzelne Gemeinden gibt, die kostenpflichtige Flurgänge durchführen, sollte unverzüglich Anzeige wegen Betruges erstattet werden. Landwirte, die in der Vergangenheit rechtswidrig von den Gemeinden abkassiert wurden, sollten diese Gebühren zurück verlangen. Weiteres dazu auch bei www.siebener.over-blog.de

 

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