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3. Dezember 2013 2 03 /12 /Dezember /2013 18:35

Wählertäuschung oder ganz normales Vorgehen?

Was bei den Bürgermeister- Kandidaten Ismene Dingfelder (SPD) und Jürgen Heckel (WiR) niemand stört, bereitet vielen nachdenklichen Wählern im Falle von Kisch (CSU) und Henkel (FWG) erhebliche Probleme. Es geht um die Kandidatenlisten zur Stadtratswahl, wo jetzt die CSU Bernhard Kisch auf Platz 1 gesetzt hat. Während Dingfelder und Heckel im Falle ihrer BM- Nichtwahl ihr Stadtratsmandat sicher annehmen werden, ist dies bei Bernhard Kisch und Jürgen Henkel ausgeschlossen. Kisch wird dann sicher weiter Bürgermeister in Wilburgstetten bleiben, da die dortige Wahl zeitversetzt stattfindet. Auch Jürgen Henkel wird seine Pfarrstelle in Erkersreuth weiterhin betreuen.

Kisch und Henkel kandidieren also zusätzlich für ein Stadtratsmandat, das sie niemals annehmen werden. Parteistrategen sagen, ein BM- Kandidat auf Platz 1 der Stadtratsliste bringt etwa 4000 bis 5000 Stimmen, das ist in etwa ein zusätzlicher Stadtratssitz. Kisch und Henkel könnten nun argumentieren, dass sie im Falle einer BM- Wahl eine möglichst starke Fraktion hinter sich haben wollen. Genausogut kann man aber auch von Wählertäuschung sprechen.

Einen ähnlichen Fall gab es zur Wahl 2002, als der SPD- Kandidat Matthias Oberth zum Stadtrat kandidierte, obwohl vor der Wahl allgemein bekannt war, dass Oberth nach der Wahl Chefredakteur bei der Windsheimer Zeitung werden würde und damit sein Mandat nicht annehmen konnte. Trotzdem wurde dies im Wahlkampf nicht thematisiert, jedoch erfolgte nach der Wahl eine Strafaktion der anderen Fraktionen, man verweigerte der SPD einen BM- Stellvertreterposten.

Ebenfalls zur Wahl 2002 verzichtete die CSU auf einen BM- Gegenkandidaten zum damaligen Bürgermeister Eckardt, nachdem man seitens der FWG zugesichert hatte, dass man Eckardt nicht auf der Stadtratsliste der FWG nominieren werde. Die FWG verlor dann auch prompt einen Stadtratssitz.

Es wird jetzt wohl drauf ankommen, wie sich die FWG verhält. Nominiert sie Jürgen Henkel auch auf der Stadtratsliste, wird dieses Thema wohl kaum hochgejubelt werden. Wenn man einen betont "ehrlichen" Wahlkampf führen und speziell bei einem Pfarrer verstärkt auf Glaubwürdigkeit achten will, bleibt der FWG wohl nichts anderes übrig, als Henkel nicht auf die Stadtratsliste zu setzen. Eigentlich könnte man auch auf den mündigen Wähler verweisen, der ja dieses Angebot von CSU und eventuell FWG nicht wahrnehmen muss.

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Kommentare

Werner Thoma 12/08/2013 11:08

Ich bin gespannt, ob das korrekte, ehrliche Verhalten der SPD vom Wähler honoriert wird. Frau Dingfelder wird (im Falle der Nichtwahl als BM) das Stadtratsmandat sicher annehmen. Bei der CSU wird
der Kandidat Herr Kisch, wohl wieder in sein jetziges Bgm. Amt zurückkehren. Im Falle der FWG, mit einem PFARRER als Kandidaten, ist der moralische Druck schon erheblich größer, Herrn Henkel vom
Platz 1 zu nehmen, oder ebenfalls das Stadtratsmandat im Falle der Wahl sicher anzunehmen. Alles andere würde die Politikverdrossenheit (...die da oben machen doch, was sie wollen...) nur
verstärken!

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