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29. Januar 2011 6 29 /01 /Januar /2011 07:45

Ehemaliges Schulhaus wechselt wieder den Eigentümer.

Sechs Holzrechte der Stadt sind gefährdet.

Das vor einigen Jahren von der Stadt Bad Windsheim verkaufte ehemalige Berolzheimer Schulhaus, Baujahr ca. 1880, mit ca. 220 qm Wohnfläche, wird zusammen mit 6 Holzrechten am 2. März um 9.15 Uhr vor dem Amtsgericht Fürth zwangsversteigert. Der Verkehrswert nach § 74 a Abs. 5, § 85 a Abs. 2 Satz 1 ZVG beträgt 40.000 €.

Die Stadt Bad Windsheim startete damals zuerst mehrere zuerst erfolglose Versuche, dieses Backsteingebäude zu verkaufen. Das Schulhaus hat sehr hohe Räume und große Fenster, ist schlecht isoliert und hat viele große Räume. In mehrmaligen Ausschreibungen war damals nichts von dazu gehörigen Holzrechten erwähnt, vom Liegenschaftsamt wurde offensichtlich versäumt, diese jetzt mit angebotenen 6 Holzrechte in der Ausschreibung zu erwähnen. Dies hätte damals im Zeichen steigender Brennholzpreise auch durchaus eine verkaufsfördende Wirkung haben können. Ein erwähnen der Holzrechte in der Ausschreibung hätte im übrigen auch sofortige Reklamationen der Berolzheimer Bürger ausgelöst. Diese 6 Holzrechte waren dann auch niemals Gegenstand der Verkaufsgespräche, es wurde auch kein einziger Euro dafür bezahlt.

Eine alleinstehende Frau kaufte schließlich das Schulhaus und unternahm erste Schritte, das Gebäude zu modernisieren, eine Ölheizung war bereits bestellt. Beim durchlesen ihres Grundbuchauszuges stellte die neue Eigentümerin dann überrascht fest, dass 6 Gerten oder 6 Nutzanteile am Berolzheimer Gemeindewald Flurst. 821 und 839 mit zusammen 58,355 ha nach näherem Vortrag bei der Gemeinde  Haus.- Nr. 6, 36 und 38 eingetragen waren. Es ist bis heute unerklärlich, wie so etwas von Liegenschaftsamt und Notar übersehen werden konnte. Jedenfalls fragte die neue Eigentümerin bei Nachbarn und auch beim Holzmeister nach, ob sie diese Holzrechte nutzen könne. Dies wurde ihr dann ohne Rücksprache mit der Stadt in bekannter Berolzheimer Hemdsärmeligkeit zugesichert. (Anm.: Die Stadt ist als Eigentümer von Grund und Boden der Rechtegeber für die Holzrechte).

Ich sehe es nach wie vor als einen Skandal an, dass sich damals weder der Ortssprecher, noch die Ortsbeiräte, noch der Grundstücksreferent und Stadtrat Dehner intensiv um die Belange der Stadt kümmerten. Eine Unverschämtheit war es dann vom Ortssprecher, im Nachhinein das "versehentliche Hinüberrutschen" dieser seit über 200 Jahren im Besitz der ehemaligen Gemeinde Berolzheim befindlichen Holzrechte sogar noch abzusegnen, ohne die intakte Dorfgemeinschaft vorher zu informieren und zu fragen. Diese 6 Holzrechte bedeuten die Brennholznutzung von umgerechnet etwas über 5 ha Wald und ergeben jährlich etwa 40 bis 50 Ster Eichenbrennholz. (58,35 ha : 65,5 Holzrechte x 6 Rechte der Stadt = 5,35 ha)

Obwohl die Eigentümerin weder Fahrzeug, noch Motorsäge, noch sonstige Hilfsmittel und Geräte besaß, wurde die Ölheizung abbestellt und eine wesentlich teurere Holzheizung gekauft. Von Nachbarn wurde dann die Arbeit im Wald erledigt, die abgesägten Bäume blieben aber oftmals ein ganzes Jahr unabgeholt im Wald liegen.

Diese 6 Holzrechte hatten zuvor auch immer eine Ausgleichsfunktion in der "intakten Berolzheimer Dorfgemeinschaft". Vor jeder Holzausgabe wurde die jährliche Nutzung der 6 Rechte der Gemeinde versteigert und so konnten sich Berolzheimer Bürger mit z. B. nur einem Holzrecht ihren Brennholzbedarf ergänzen.

Ich selber ergriff dann die Initiative und reklamierte beim Liegenschaftsamt, weil ich nicht einsah, dass Holzrechte der Stadt gratis verschleudert werden konnten. Dort bestritt man erstmal, dass die Stadt als Rechtegeber überhaupt selber auch 6 Rechte haben könne, im übrigen sei der Eintrag im Grundbuch kein Waldrecht, sondern nur ein fiktiver Hinweis, dass da was sein könne. Von BM Eckardt kam der damals speziell für mich schon übliche Gegenwind, man wehrte sich mit Händen und Füßen zum Nachteil der Stadt.

Es begann dann ein mehrmonatiger Papierkrieg mit Stadt und Kommunalaufsicht am Landratsamt, an dessen Ende das Ergebnis stand, dass die Holzrechte von der Stadt überhaupt nicht verkauft werden konnten und durften. Man einigte sich dann auf den Kompromiss, dass die Eigentümerin des Schulhauses 3 Rechte auf Pachtbasis kostenlos nutzen dürfte, die anderen 3 Rechte waren dann weiterhin zur allgemeinen jährlichen Versteigerung frei gegeben. Alle 6 Holzrechte wurden ausschließlich von mir (RM) für die Stadt zurückgeholt und blieben im Eigentum der Stadt, die jährliche Einnahme für die versteigerte jährliche Nutzung der 3 Holzrechte ergab jeweils eine Einnahme von ca. 130 €. Hinzu kommt seit 6 Jahren dieser Bewirtschaftungszuschuss für die Beibehaltung der Mittelwaldbewirtschaftung in Höhe von ca. 80 € je Waldrecht. Selbstverständlich blieb ich aber für Herrn BM Eckardt weiterhin der Querulant.

Es ist mir (RM) ein Rätsel, wie diese 6 Holzrechte jetzt in der Zwangsversteigerung wieder auftauchen können. Eine Nachfrage bei Herrn Lorz im LRA wird dazu erfolgen.

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