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25. August 2013 7 25 /08 /August /2013 16:35

Hallo Herr Müller,

ich habe mir die Zeit genommen, Ihren Blog in den letzten Tagen von hinten bis vorne durchzulesen und wieder viel erfahren, was mir bisher unbekannt war. Zu einigen Themen möchte ich mich auch äußern und überlasse Ihnen, was Sie damit machen.

Kurbetrieb und Altstadt

Die Wechselwirkungen sind größer, als man bei oberflächlicher Betrachtung glauben möchte. Bad Windsheim ist – das muss man leider sagen und da formuliere ich etwas volkstümlich – ein Kurbad, das keine Sau kennt. Die Windsheimer haben ihre Chancen nicht genutzt, da plätschert alles so dahin, wie es 1961 gewesen ist. Trotz neuer Hotels und dem Freilandmuseum, von dem die Geschäfte in der Altstadt – so sie nicht entnervt aufgegeben haben – wenig profitieren. Das liegt zunächst mal daran, dass es keinen natürlichen, fußläufigen Übergang zwischen den Arealen Kurpark und Altstadt (der fürchterliche Steg trennt nur) und Freilandmuseum und Altstadt gibt. Man schaue sich da mal Bad Kissingen an, das ist nicht umsonst ein Weltbad, weil Kurpark und Altstadt ineinander übergehen. (Und vernünftige Hotels und Sanatorien da sind). Fazit: Der Steg muss weg, der Bahnverkehr ist so sporadisch, dass das machbar ist.

Viel gravierender ist allerdings, dass Windsheim ein arme-Leute-Kurort ist. Ein Heilbad für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen. Diese Leute geben kein Geld aus. Der private Betrieb fehlt oder ist unterrepräsentiert. Es fehlen auch die Hotels mit Spitzenkomfort, großen Suiten. Dabei ist doch der landschaftliche Aspekt, Übergang des Kurparks in Wiesen und Wälder, der Golfplatz, prädestiniert dafür, zahlungskräftige Klientel von BW zu überzeugen. Wenn das wächst, wird es sich auch positiv auf die Altstadt auswirken, dann müssen sich aber auch Läden ab Bahnhof für Shopping anbieten. Wenn man sieht, wie Bayerns junge Bäder ihre Besucher requirieren, mag das ein Beispiel sein. Man sieht sie auch im BR per Webcam, BW nicht. Woran liegt das? Wer schläft da?

Es ist aber nicht alles schlecht, eher ausbaufähig, die Gastronomie (Storchen) setzt teilweise Maßstäbe. Sie schaffen das nicht mit europäischer Einheitsküche, sondern mit der typisch fränkischen Regionalküche und da gibt es ja auch noch sehr gute und urige Wirtshäuser in der Umgebung. Mit diesen Pfunden kann man wuchern. In Verbindung mit der intakten Natur ist das ein Punkt, mit dem man in die Offensive gehen kann. Es wird aber sicher nicht leicht, Boutiquen und touristenrelevante Geschäfte wieder in der Altstadt anzusiedeln, da ist viel versäumt worden.

Das Gesundheitswesen

Da haben sich die Initiatoren des zurückgezogenen Volksbegehrens offensichtlich gründlich über den Tisch ziehen lassen. Es ist ein Unding, das Krankenhaus in einer Bäderstadt so zu entkernen (was denken die Kurgäste darüber?) und es ist ein Armutszeugnis sondergleichen für die Politiker und sonstigen Honoratioren. Da kann man nur hoffen, dass der Windsheimer Wähler das honoriert. Ich als gebürtiger Windsheimer (wird es die noch geben, oder werden sie alle Neustädter?) habe da nur Hohn und Spott übrig. Wenn ich in BW wohnen würde, würde ich NEA boykottieren.

Schullandheim

Das Gezerre für/wider war ja lange Zeit Thema. Jetzt steht es offensichtlich und wenn man die Architektur betrachtet, kann man nur den Kopf schütteln. Weiß angepinselte Zigarrenkisten. So etwas Hässliches in landschaftlich ansprechender Umgebung. Da wünscht man sich doch nachträglich, die Verhinderer hätten gewonnen und man fragt sich, was die heutigen Architekten davon abhält, landschaftsgerecht zu planen.

McDonalds

Als ich das gelesen habe, konnte mich mir spontan nur die Hand auf die Stirn klatschen. Der Kelch ist ja 2003 zunächst mal an BW vorbei gegangen, als die Leute entschieden haben, es lohne sich nicht, eine Filiale in BW zu eröffnen. Ich kann nur hoffen, dass es dabei bleibt. Man stelle sich vor, McD in der Altstadt oder im Kurpark. Das wäre doch allemal ein Grund, spontan diesen Ort der Unkultur zu verlassen. Orte, die den altbekannten Filialisten und Fast-Food-Anbietern Einlass in ihr Ortsbild geben, verlieren doch im Gegenzug ihren eigenen, örtlichen Charakter. Da will man doch garnicht mehr hingehen. Man soll diese Gefahr nicht unterschätzen. Überall das gleichgeschaltete Ortsbild, das leere Gassen erzeugt.

Eltern, die glauben, ihren Kindern etwas Gutes zu tun, wenn sie zulassen, dass diese der perfiden McDonalds- Philosphie anheim fallen, sollten sich sagen lassen müssen, ihren Erziehungsauftrag gründlich verfehlt zu haben. Eine Portion Dämlichkeit, einen Fast-Food-Filialisten um die Ansiedlung im eigenen Ort zu bitten, gehört leider auch dazu. Es ist im Übrigen auch ein Misstrauensvotum an die örtliche Gastronomie, das nicht berechtigt erscheint. Warum verlangen die Leute nicht eine Bratwurstküche wie in Nürnberg. Das wäre doch urig, zünftig, schmackhaft und ortsgerecht. Muss es denn unbedingt dieser McD-Dreck für Krokodil-Mäuler sein?

Sehr geehrter Herr Müller, da habe ich mich wohl etwas in Rage geschrieben. Sofern ich einige Fakten falsch interpretiert habe, würde ich Sie bitten, mich zu korrigieren. Ansonsten, wünsche ich Ihnen und der Stadt eine schöne Kärwa.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Elflein Neuss

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