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4. Januar 2014 6 04 /01 /Januar /2014 18:07

Demonstration gegen BM Eckardt, Nutznießer J. Heckel

Am 23. Februar 2008 fand am Marktplatz eine Demonstration gegen den amtierenden 1. Bürgermeister Wolfgang Eckardt statt. Organisiert wurde diese Demo von Isolde Bratke, Dieter Seiboth, Frank Hackeneis und mir. Die ursprüngliche Idee kam von mir, bzw. von einem Freund von mir, der das so beiläufig vorgeschlagen hatte. Ich selber hatte ja damals für die Liste WiR kandidiert, meine Motivation waren mehrmalige Diffamierungen durch BM Eckardt. Insbesondere diese legendäre Jagdgenossenschaftsversammlung in Berolzheim hatte für mich den Ausschlag gegeben, als diese intakte Berolzheimer Dorfgemeinschaft unter genüsslichem zusehen des anwesenden Bürgermeisters brüllend verbal über mich her fiel. Ich hatte damals mehrere unvorstellbare Unregelmäßigkeiten in der Jagdgenossenschaftskasse aufgedeckt, die den BM aber nicht im geringsten störten. Nach ein paar Tagen Niedergeschlagenheit erwachte der Kampfeswille in mir, und ich sagte mir, das wollen wir doch mal sehen, ob wir diesen ....... (fränk. Kraftausdruck, nicht zitierfähig) nicht wegkriegen.

Während des Wahlkampfes sprach ich dann mehrere mögliche Mitstreiter an und bekam deutliche Zustimmung und Beteiligungswillen für eine Demonstration signalisiert. All dies hatte mit Jürgen Heckel nichts zutun, wir ließen ihn außen vor. Heckel war von Anfang an sehr skeptisch, verlangte dann aber doch, dass er auf der Demo eine Rede halten dürfte, insbesondere dann, wenn Ismene Dingfelder reden würde. Es wurde dann der in Bad Windsheim unbekannte Albrecht Wagner als Redner gewonnen.

Da ich zu der Zeit mehrere Auseinandersetzungen mit BM Eckardt hatte, riet man mir davon ab, die Organisation der Demo federführend zu übernehmen, Isolde Bratke erklärte sich spontan bereit, dies zu tun. Nachdem die Formalitäten bei der Polizei erledigt waren, wurden Schilder mit Schriftzügen bemalt und gestapelt. Ein Problem war dann, eine entsprechende Demo- Beteiligung von Bürgern zu gewährleisten. Während zu Anfang alle begeistert waren, bröckelte die zugesicherte Beteiligung immer mehr ab, je näher der Demo- Termin rückte. Viele sagten, "der Eckardt wird doch sowieso wieder Bürgermeister und dann nimmt er grausame Rache, wenn erfährt, dass ich auf der Demo war". Andere sagten, "ich finde das ganz prima, macht mal schön, aber ich kann meinen Arbeitsplatz nicht riskieren, ich gehe da nicht hin", usw. Von mir selber wurden dann zum Teil sicherheitshalber sogar unbeteiligte auswärtige Bekannte zur Teilnahme überredet, damit die ganze Sache nicht in einer Blamage endete. Damit war das wesentliche organisiert.

Am Tag vor der Demo, ca. 1 Stunde vor Redaktionsschluss der WZ, startete dann Jürgen Heckel seine Sabotage- Aktion. Zuerst rief er die damalige WiR- Vorsitzende Uta Gampe an und verlangte, die ganze Aktion abzublasen, der Müller hätte sich auch für den Abbruch ausgesprochen und die Demo würde uns nur schaden. Bei mir rief Heckel dann an, und sagte, die Gampe und die anderen wollten die Demo nicht mehr durchführen, wir sollten die Windsheimer Zeitung schnellstens informieren und eine Absage- Anzeige schalten. Ich selber bekam dann auch erhebliche Zweifel und war auch schon fast am kippen. Ich telefonierte dann aber mit Uta Gampe und anderen, wir durchschauten diese Intrige Heckels und beschlossen, die Demo auf jeden Fall durchzuziehen.

Die Beteiligung an der Demo war dann geradeso noch akzeptabel. Der ansonsten große Menschenfischer Jürgen Heckel, dem es keine Mühe macht, Kandidaten und Mitstreiter in kürzester Zeit  zu mobilisieren, stand dann mutterseelenallein und notgedrungen da. Nicht einmal seiner Belegschaft im naheliegenden Fotogeschäft hatte er freigegeben, auch von Lenkersheim waren keine Gefolgsleute da.

Man kann nun sicher darüber streiten, ob die Demo bezüglich Eckardts Abwahl überhaupt etwas gebracht hat. Eins wird jedoch jedem Leser klar sein: Wenn wir die Demo kurzfristig abgeblasen hätten, wäre das eine totale Blamage gewesen und die andere Seite hätte deutlich Oberwasser gekriegt. Man kann wohl mit Fug und Recht behaupten, dass Jürgen Heckel um ein Haar die Abwahl seines Erzfeindes Eckardt verhindert hätte. Und jetzt kommt der Clou an der ganzen Sache, .... wer hat wohl am deutlichsten von der Abwahl profitiert, genau, .... derselbe Jürgen Heckel.

Wieder ohne Kenntnis Heckels wurde ein Lautsprecherauto zusammengebaut, das dann vor der Stichwahl vielleicht auch einiges bewirkt hat. Bei der Liste WiR ging es nun zwischenzeitlich darum, wer den Fraktionsvorsitz übernehmen sollte. Es wurde auch eine Rotation von Gampe, Seiboth und Heckel im Vorsitz angedacht. Heckel wehrte sich massiv und bezichtigte die anderen schlicht der Unfähigkeit, und er lasse sich den Vorsitz nicht nehmen.

Nach dem 1. Wahlgang hatte Eckardt gegen drei andere Kandidaten schon fast die absolute Mehrheit erreicht, der Sieg in der Stichwahl schien nur eine Formsache zu sein. Als dann sensationellerweise Eckardt die Stichwahl verlor, war für Heckel der Fraktionsvorsitz plötzlich uninteressant, jetzt würde er sich den 3. Bürgermeister nicht nehmen lassen, tönte er. Gampe und Seiboth waren innerhalb kürzester Zeit plötzlich für den Fraktionsvorsitz befähigt.

Man schmiedete dann eine Quasi- Koalition mit der SPD und Heckel wurde 3. Bürgermeister. Damit sieht man wieder einmal, welche Zufälligkeiten es in der Politik und auch im Leben gibt. Da wird dieses erbärmliche Verhalten letztendlich mit einem Bürgermeisterposten belohnt und aufgrund dieses Ergebnisses kann man sich dann 6 Jahre später für das Amt des 1. Bürgermeister bewerben, ohne gegen Eckardt kandidieren zu müssen. Weiteres dazu demnächst.

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