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27. Februar 2010 6 27 /02 /Februar /2010 08:38
Warum die Fußgängerzone an allem schuld ist…
Nun ist es amtlich: ab Montag hat Bad Windsheim eine Fußgängerzone.  Ist das gut, oder schlecht?

Dass die Altstadt von Bad Windsheim unter dem Strukturwandel leidet, sieht jeder, der die vielen leeren Schaufenster wahrnimmt. Dass der Leerstand auch ohne Fußgängerzone dramatisch ist, dürfte niemand bestreiten. Ursachen für den Trend zur Innenstadtverödung gibt es viele: Einkaufsmagneten (wie Handelshof) sind außerhalb der Altstadt. Auch „Gruschgeschäfte“ wie Tedi, Kik & Co. sind an der Peripherie angesiedelt.

Ein Gesichtspunkt für die Fußgängerzone ist sicherlich, dass es keine Supermärkte in der Altstadt gibt, die ein Anfahren mit dem PKW zwingend nötig machen (z. B. Getränkemarkt). Dass es die Windsheimer Einzelhändler bis heute nicht einmal zu einheitlichen Öffnungszeiten geschafft haben, verursacht nur Kopfschütteln. Eines steht aber fest: Gegen den Einzelhandel wird eine Fußgängerzone nicht erfolgreich sein können. Die Bürger hat niemand gefragt und die Touristen sicher auch niemand.

Wenn die Fußgängerzone eine Chance haben soll, dann nur, wenn der Einzelhandel sagt: "Jawohl, wir versuchen es, denn so, wie es jetzt ist, kann und darf es nicht weitergehen". Das haben die Einzelhändler aber nicht. Bei der Anti-Fußgängerzonen-Stimmung seiner Einzelhandelskollegen kann man Heckel verstehen, wenn er keine Gelegenheit auslässt, die Fußgängerzone kippen zu wollen. Aber hätte man nicht endlich mal die Bedenken über Bord werfen sollen, um sich an der Hand zu nehmen und um zu sagen: Jawohl, ist zwar eine blöde Idee, aber wir machen das Beste daraus? Denn dann hätte man im Falle eines Scheiterns der Fußgängerzone wenigstens sagen können: Wir haben es versucht!

So aber igeln sich die Einzelhändler ein, schimpfen auf den Stadtrat, der versteckt sich, - man höre und staune - , hinter dem Bürgermeister, und das Projekt Fußgängerzone ist zum Scheitern verurteilt. Einen positiven Effekt hat die Fußgängerzone auf jeden Fall: Man hat jetzt dann in einem halben Jahr eine Begründung für den Leerstand in der Altstadt. Man sollte heute mal die Objekte erfassen, die leer stehen. Denn am Ende ist an deren Leerstand auch die Fußgängerzone schuld.

Was denkt sich der Bürger: Dann halt nicht und fährt woanders zum Einkaufen hin. Das Argument „ich muss so weit laufen“ zieht aber außer für die Arztpraxen und Apotheken nun wirklich nicht. Denn in Ansbach, Nürnberg oder Würzburg muss man auch zu den Geschäften laufen – nur noch weiter. Aber da ist das Sortiment die Reise wert, vielleicht ist das auch ein Grund für den Leerstand. Oder ist es doch die Fußgängerzone?  

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