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22. März 2020 7 22 /03 /März /2020 20:17

Versuch einer Prognose für den kommenden Sonntag

Für eine Aussage zur Stichwahl am 29. März ist es sinnvoll, eine ähnliche Situation bei der Bürgermeisterwahl 2002 heranzuziehen. Damals hatte Amtsinhaber Wolfgang Eckardt nach zwei Perioden auch drei  Gegenkandidaten bekommen, nämlich Hummel CSU, Ledertheil SPD und Regel WiR/FDP. Eckardt erreichte im ersten Wahlgang 40,5 % der Stimmen. Gegenkandidat in der Stichwahl war dann Ralf Ledertheil, der im ersten Wahlgang nur 22,7 % erreicht hatte. Ledertheil gewann dann die Stichwahl sensationell mit 51,64 %. Eckardt schaffte mit 48,36 % also in der Stichwahl nur ein plus von knapp 8 Prozentpunkten, der bis dahin fast unbekannte Ralf Ledertheil legte um 29 Prozentpunkte zu. Auch hier hatten sich Bad Windsheimer Promis in einer WZ- Anzeige für Eckardt ausgesprochen, - darunter z. B. auch Notar Wild -, es bewirkte nichts. Jetzt, vor der Stichwahl am kommenden Sonntag, liegt der Amtsinhaber Kisch sogar 3,7 % hinter dem Stichwahlgegner Heckel.

Fazit daraus: Gleich drei Gegenkandidaten sind schon mal ein gewaltiger Warnschuss und ein Zeichen der Unzufriedenheit. Entscheidendes Kriterium ist auch folgendes: Kisch ist eindeutig auf dem absteigenden Ast, nach 78,1 % bei der Stichwahl 2014, jetzt nur noch nur noch 35,8 %, also nicht einmal die Hälfte und das als Amtsinhaber, welch ein Vertrauensverlust! Genau umgekehrt war es bei Jürgen Heckel, in der Stichwahl 2014 hatte er 21,9 %, jetzt in 2020 dann fast das doppelte, nämlich 39,5 %. Dazu kommt dann noch als Trendverstärker und -Verdeutlicher der Verlust von 2 Stadtratssitzen bei der CSU und der Gewinn von 2 Sitzen bei der ListeWir. Der Genosse Trend ist also eindeutig auf Seiten von Heckel, wer setzt schon gerne auf einen gleich doppelten Verlierer?

Im Wahlkampf wurde der häufige Personalwechsel in der Stadtverwaltung bisher kaum thematisiert, in Kisch's Amtsperiode gab es mindestens 14 (vierzehn) Kündigungen. Da wurde dann schon mal dem falschen Ausscheidenden der Abschiedsbocksbeutel überreicht, (Neidert/Pilsel), Kündigungen wurden einfach lapidar hingenommen, es wurde selbst bei sehr kompetenden Mitarbeitern nicht einmal nach den Kündigungsgründen gefragt. Aussage eines Ausgeschiedenen: "Mit dem kann man einfach nicht zusammenarbeiten".

Einen wesentlichen Anteil an der Niederlage hat sicher auch diese Überheblichkeit und Arroganz der CSU: Rücksichtsloses durchsetzen des 2. Bürgermeisters, mehrmalige Abstimmung zur Turnhalle, Desaster beim Demenzzentrum, Aussage Volkert zum Hubschrauberproblem "nur wer sie hören will, der hört sie auch", Abqualifizierung von Kritikern zu "Bedenkenträgern", die man nicht im Stadtrat haben wolle.

Ich habe viele Bekannte und politisch Interessierte nach ihrer Prognose für die Stichwahl gefragt. Es gab Aussagen wie: Zwei Drittel der Wähler sind gegen Kisch, das reicht locker für Heckel; 49 % für Heckel; 65 % für Heckel; sehr viele mit 55 % für Heckel; 51 % für Heckel; Zusammenfassung, meine Prognose = 55 % für Heckel.

 

 

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