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26. Februar 2016 5 26 /02 /Februar /2016 20:19

Schimmel und Ungeziefer im Weinkeller

Eine ziemliche Sauerei wurde in einem Ipsheimer Weinbaubetrieb festgestellt. Der 58-jährige Winzer wurde zu insgesamt 7200 € Geldstrafe verurteilt.

Bei mehreren Kontrollen wurde starke Schimmelbildung an Decke, Wand und Boden im Weinlagerraum festgestellt. Eine Beseitigungsfrist ließ der Winzer verstreichen und auch bei der Anschlusskontrolle war keine Mängelbeseitigung feststellbar. Daraufhin wurde der Weinverkauf untersagt, der Betrieb wurde teilweise versiegelt.

Gegen den Strafbefehl in Höhe von 150 Tagessätzen legte der Winzer Widerspruch ein. Der Winzer argumentierte agressiv und wortreich; so behauptete er, dass schimmlige Wände in Weinkellern normal seien, den Kontrolleuren warf er eine schikanöse Vorgehensweise vor. Milben und anderes Ungeziefer seien für ihn kein Problem, in anderen Kulturen würden ja z. B. Mehlwürmer sogar als Delikatesse verspeist.

Der Sachverständige stellte fest, dass der größte Teil des gelagerten Weines völlig ungeeignet für den Verzehr sei, der Angeklagte hat damit einen enormen Schaden zu verkraften. Richterin Julia Schips stellte fest, dass beim Angeklagten überhaupt kein Problembewusstsein vorhanden sei, er kenne offensichtlich nicht einmal die Mindeststandards der Lebensmittelerzeugung. Das war ein sehr hartes und deutliches Wort für einen der größten Weinbaubetriebe in Mittelfranken. Der meiste Wein wird in diesem Betrieb übrigens zeit- und arbeitsaufwändig in Handlese geerntet.

Auf die ursprünglich 150 Tagessätze wurden nochmal 30 Tage draufgepackt, so dass diese 180 Tagessätze x 40 € zustande kamen. Ein Tagessatz von nur 40 € erscheint bei dieser Betriebsgröße eher als schlechter Scherz, hier hätte man ohne weiteres nachhaken können/sollen. Der Einspruch bewirkte also sogar eine deutliche Erhöhung der Geldstrafe, der Schuss ging nach hinten los. Der Angeklagte ist damit auch vorbestraft. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.

Damit stellt sich die Frage für viele Gäste der Ipsheimer Weinstuben: Wer war das denn? Ich kann hier beruhigen, dieser Winzer betreibt keine Weinstube, so dass man also weiterhin mit gutem Gewissen seinen Schoppen mit Brotzeit in Ipsheim genießen kann. Anders sieht es beim Einkauf von Flaschenwein aus, hier sollte man sich gründlichst informieren. Wenn man das nicht rationale Vorgehen des Winzers, seine "wortreiche" Argumentation und seine 58 Jahre ins Kalkül zieht, dürfte es für sehr viele Interessierte klar sein, um wen es sich handelt.

Möglicherweise ist noch eine weitere Strafe wegen Siegelbruches fällig. Die WZ berichtete vor einigen Tagen darüber, dass von einem Winzer Siegelbruch begangen worden war.

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