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14. Juni 2015 7 14 /06 /Juni /2015 13:28

Gegenwind für ABO- Wind

Nach den Informationen zum Straßenbau stellten zwei Mitarbeiter der Firma ABO- Wind nochmals das Konzept für einen Windpark an der Gemarkungsgrenze Kaubenheim/Rüdisbronn vor. Nach Berücksichtigung von sehr vielen Ausschlusskriterien wie Landschaftsschutz, Vogelschutz, FFH- Gebiete, Abstände zu Wohnbebauung und Straßen und Stromtrassen, sowie der Berücksichtigung von militärischen Belangen des Hubschrauberflugplatzes Illesheim war nur dieses eine eher kleine Gebiet übrig geblieben, hier wären bis zu 6 Windräder möglich.

Von ABO- Wind werden die Windräder von Anfang an nicht als Bürgerwindräder gebaut, vielmehr plant man auf eigene Kosten und verkauft das ganze Konzept inklusive Genehmigungen dann an Investoren, erst dann wird in Regie der ABO- Wind gebaut. Eines der Windräder kann dann durchaus auch ein Bürgerwindrad werden. Für alle Windräder reicht die Investitionskraft der Umgebung sowieso nicht aus.

Aus der Versammlung wurden erhebliche Bedenken bezüglich der höchstwahrscheinlich zu niedrigen Windgeschwindigkeit am geplanten Standort geäußert, es könne doch nicht sein, dass man jetzt Windräder sogar im Tal bauen würde. Kritisiert wurde auch, dass man nicht zuerst einen Investitionsbedarf in Rüdisbronn abgefragt hatte.

Die Mitarbeiter von Abo- Wind stellten klar, dass es sehr viele Aspekte für eine Eignung als Windradstandort geben würde, man müsse alle Möglichkeiten nacheinander abarbeiten. Zuerst müsse man erkunden, ob überhaupt Flächenpachtverträge möglich seien. Hier drehte sich dann die Diskussion wiederholt im Kreis. Die Windgeschwindigkeit wird laut Abo-Wind mit einer einjährigen Messung getestet.

Die Pachtzahlungen für die Windräder sollen im Verhältnis 30 zu 70 % aufgeteilt werden. 30% wird der Eigentümer des unmittelbaren Standortes erhalten, die restlichen 70 % werden in einem Radius von 200 Metern um das Windrad verteilt. Der einzige deutliche Befürworter des Windparkes war dann auch der Eigentümer eines größeren Grundstückes.

Ein Finanzfachmann versuchte dann, das Konzept der ABO- Wind zu zerpflücken. Er hatte sich intensiv mit dem Geschäftsabschluss des letzten Jahres beschäftigt und wies auf die PROKON- Pleite hin. Hier wurde ihm dann entgegnet, dass PROKON Genussscheine ausgegeben hatte, dies sei bei ABO- Wind eben nicht der Fall. Den Hinweis auf eine in 2014 erfolgte Zwangsabschreibung von 7 Millionen in Spanien und Bulgarien erklärte man mit der Annullierung der dortigen Einspeisevergütungen.

Bürgermeister Kisch musste dann eingreifen, weil die Diskussion ausuferte und langatmig wurde. Karl Riedel, 3. Bürgermeister aus Ipsheim, bemerkte ebenso wie Kisch, dass man einen Beitrag zur Energiewende leisten müsse.

Ich (RM) selber habe auch erhebliche Bedenken, ob an diesem Ort rentabel Strom produziert werden kann. Die Firma ABO- Wind ist aber weltweit tätig und müsste ja blöd sein, wenn sie an einem aussichtslosen Standort auf eigene Kosten sinnlos aufwändige Planungen betreiben würde. Wenn man Investoren findet, die auch mit einer geringeren Rendite zufrieden sind, sollte man das Vorhaben durchaus weiter betreiben. Die Bürger der umliegenden Ortschaften werden ja niemals gezwungen, zu investieren. Als finanzielle Vorteile bleiben dann immernoch Pachtzahlungen für die Grundstückseigentümer sowie Gewerbesteuereinnahmen und Zahlungen für die Wegerechte an die Stadt. Interessant wäre dann natürlich, ob sich die Stadtwerke Bad Windsheim an einem solchen eher hochriskanten Windpark beteiligen würden, hat man sich doch bereits in Oberfranken an einem weitaus lukrativeren Windrad- Standort beteiligt. Schließlich ist man seitens der Stadt Bad Windsheim durch die 3- Millionenpleite bei der Klärschlammverwertungsanlage Dinkelsbühl immernoch ein gebranntes Kind.

 

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