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21. Januar 2015 3 21 /01 /Januar /2015 19:00

Bezirk startet neue Ausschreibung und geht baden.

Langsam sickern die Hintergründe um die Vorgänge bei der Neuverpachtung des Fränkischen Freilandmuseums durch. Die Familie Rienecker aus Rudolzhofen/Uffenheim hatte das Eingangswirtshaus von Beginn an vor über 30 Jahren gepachtet und konnte den erforderlichen Personalstand und die Gastronomie- Einrichtungen den steigenden Besucherzahlen anpassen. Das Wirtshaus wurde nicht nur von Besuchern des Museums besucht, sondern ist für sehr viele Bad Windsheimer ein typisch fränkisches Wirtshaus, in dem man in angenehmem Ambiente die fränkische Küche genießen konnte; das Preis-Leistungsverhältnis stimmte.

Als vor einiger Zeit das Wirtshaus komplett abbrannte, wurde der Pächterfamilie im Neubau ein Raum für eine größere Küche zugesichert. Diese Zusage wurde nicht eingehalten. In der jetzigen viel zu kleinen Küche können die Besucherströme auf Dauer nicht mehr bewältigt werden. Aktuell wird wegen Verschärfung von Hygienevorschriften von den Behörden auch ein gekühlter Müllraum verlangt. Es fehlt hinten und vorne an Platz.

Die Pachtsumme orientierte sich ausschließlich an der Anzahl der Museumsbesucher, es gab keine prozentuale Pacht nach Umsatz im Gasthaus. Als Obergrenze für die vereinbarte Pacht waren 190.000 Besucher jährlich festgelegt. Bei Überschreitung dieser 190.000 war laut Vertrag jährliche eine zusätzliche vierstellige Summe fällig. Seit Inbetriebnahme des Europäischen Schullandheimes wurden auch die Schullandheim-  Besucher beim Freilandmuseum mitgezählt, ebenso die Besucher des Kirchenmuseums Spitalkirche. Diese beiden Besuchergruppen trugen zwar nichts zum Umsatz im Wirtshaus bei, wurden aber zur Berechnung der Pacht herangezogen. Die Familie Rienecker musste/sollte also zusätzlich Pacht für Besucher zahlen, die für einen Besuch des Wirtshauses gar nicht infrage kamen.

Im Laufe der Zeit kamen vom Bezirk auch immer wieder Forderungen per Änderungskündigung nach Anpassungen des Pachtvertrages. Man konnte sich immer ohne Ausschreibung einigen und die strittigen Punkte beilegen. Genau nach diesem Schema kam jetzt auch von der Familie Rienecker eine Änderungskündigung. Man wollte mehr Platz für die Küche und eine andere Berechnungsformel für die Pacht. Eine endgültige Aufgabe des Wirtshauses war von der Familie Rienecker zu diesem Zeitpunkt niemals beabsichtigt.

Der Bezirk Mittelfranken nahm dann aber diese Kündigung zum Anlass, komplett neu auszuschreiben. Die Ausschreibung hatte zum Ergebnis, dass ein Bewerber aus Baden Württemberg zum Zuge kam. Dieser neue Pächter hatte dann wohl in einem Anfall von Blauäugigkeit angenommen, dass er einen Teil des Personals des Vorpächters Rienecker übernehmen könnte, den Rest sollte wohl der Arbeitsmarkt hergeben. Der Arbeitsmarkt für Gastronomiepersonal ist jedoch leergefegt und bisherige Angestellte der Familie Rienecker dachten nicht daran, sich beim neuen Pächter zu bewerben. Damit stand der neue Pächter vor einem Fiasko und musste seine Bewerbung blamabelst zurückziehen.

Wie geht es nun weiter? Die Familie Rienecker wird fristgerecht bis zum 30.01.2015 ihre gesamten Einrichtungsgegenstände ausgeräumt haben. Der Bezirk hat heute in den Nürnberger Nachrichten neu ausgeschrieben. Wenn die Ausschreibungsfrist bis zum 16. März beibehalten wird, läuft der Familie Rienecker die Zeit davon, unter anderem auch deswegen, weil sich nicht mehr benötigtes Personal anderweitig orientieren wird. Eine noch mögliche Einigung zwischen Rienecker und Bezirk muss bis spätestens Anfang/Mitte Februar erfolgt sein.

Bürgermeister Kisch hat in einem Brief an den Bezirk angeregt, einen Mediator einzusetzen, um eine Lösung zu finden. Falls die Familie Rienecker wieder zum Zuge kommen sollte, muss sie ihr gesamtes Inventar wieder einräumen. Dies wird erhebliche zusätzliche Kosten verursachen, die dann sicher der Bezirk übernehmen wird. Es schaut ganz danach aus, als ob sich die Bezirksräte voll ins Knie geschossen hätten.

 

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Kommentare

Gerd Laake 01/23/2015 08:17

schade wenn es nach 30 Jahren aufhören sollte :-(

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