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13. September 2014 6 13 /09 /September /2014 19:39

Merkwürdige Behauptung zur BM- Stellvertreterwahl.

In einem Artikel der Fränkischen Landeszeitung wurde Bad Windsheims neuer Bürgermeister Bernhard Kisch (CSU) auf den im Wahlkampf angekündigten partnerschaftlichen Führungsstil angesprochen. In der konstituierenden Stadtratssitzung gab es dann aber eine Machtdemonstration, als die CSU auch gleich den Posten des 2. Bürgermeisters beanspruchte, ihr Kandidat Rainer Volkert wurde dann auch gewählt. Kisch äußerte dazu, dass „solch eine Entscheidung nicht der Erste Bürgermeister trifft, das hat der Stadtrat aus seiner Mitte so bestimmt“.

Damit insistiert Kisch, dass er mit der Stellvertreterwahl (fast) nichts zu tun hatte. Der „böse“ Stadtrat habe sich halt nicht an seine (Kisch’s) Wahlkampfaussagen gehalten. Kommentare auch von CSU- Mitgliedern zur Kisch- Aussage: „Da lachen ja die Hühner, das gibt’s doch garnicht, dass sich ein Bürgermeister irgendwelche Personen vor die Nase setzen lässt; wenn dem so wäre, müsste man schon von einer Blamage sprechen“. Dass die Finanzierung des Wahlkampfes eine größere Rolle gespielt hat, will ich (RM) nach jetzigem Kenntnisstand nicht unterstellen.

Diese jetzige Konstellation macht für Kisch und die CSU aber durchaus Sinn. Die 8 Sitze der CSU plus die 5 Sitze der FWG ergeben zusammen mit der Bürgermeisterstimme 14 von 25 Stimmen. Eine „Koalition“ nur mit der SPD hätte einen Sitz weniger gehabt, die Mehrheit mit dann insgesamt 13 von 25 Sitzen weniger wäre wohl zu knapp gewesen, man hätte noch eine Gruppierung mit ins Boot nehmen müssen, die dann wohl auch einen Posten beansprucht hätte. Rein mathematisch gesehen machte es also durchaus Sinn, auf die zweitstärkste Partei zuzugehen.

Obwohl die FWG einen äußerst agressiven Wahlkampf geführt hatte, kriegte sie über die Achse Eckardt (FWG)/-Gerhäuser (CSU) rechtzeitig einen Fuß in die Türe. Die FWG konnte auch keine interessierte und qualifizierte Persönlichkeit für den Posten des 2. Bürgermeisters anbieten, sodass man sich dann auf Rainer Volkert (CSU) als 2. Bürgermeister und Alexandra Horst (FWG) als 3. Bürgermeisterin einigte. Für Volkert war das sicher auch eine Belohnung für seine langjährige bisherige Stadtratstätigkeit.

Sehr viele Bürger hatten sich Ismene Dingfelder (SPD) als Stellvertreterin erhofft und sind enttäuscht, dass ausgerechnet nur diese agressive Eckardt- FWG mit ins Boot genommen wurde. Für den 1. Bürgermeister erhöht das aber die Wahrscheinlichkeit beträchtlich, dass er ohne größere Probleme durchregieren kann. Für ihn ist es sicher besser, agressive Stadträte mittels Postenvergabe einzubinden, als 6 Jahre diese FWG in Schach halten zu müssen. Der Wähler ist erfahrungsgemäß sehr vergesslich, bis zur nächsten Wahl werden diese Vorgänge keine Rolle mehr spielen.

 

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